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Datum: 07.06.2021

Gütesiegel für optimale Fuß- und Sprunggelenkchirurgie Neues universitäres Fußzentrum am Universitätsklinikum Bonn ist von ClarCert zertifiziert

Am Universitätsklinikum Bonn hat die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie ein neues Fußzentrum zur hochprofessionellen Diagnostik und Therapie von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Fußes und des Sprunggelenks sowie Verletzungen und deren Folgen etabliert. Es wurde jetzt vom internationalen Zertifizierungsinstitut „ClarCert“ als Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie zertifiziert und ist somit eines von bundesweit nur 34 offiziell zertifizierten Fußzentren.

 

„Die Auszeichnung bestätigt eine qualitativ hochwertige Versorgung unserer Patienten in der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie. Als kompetenter Ansprechpartner für sehr komplizierte Fälle schließen wir mit der Etablierung unseres als einzigem in der Region zertifizierten Fußzentrums lokal eine Versorgungslücke, wenngleich es bereits Kliniken und Krankenhäuser mit einer etablierten Fuß- und Sprunggelenkchirurgie in der Köln-Bonner Region gibt“, sagt Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Bonn.

Täglich fordern wir unseren Füßen ein beeindruckendes Leistungspensum ab und im Laufe eines Lebens tragen sie uns durchschnittlich über 120.000 Kilometer, also fast drei Mal um den Erdball. Häufigste Ursache für Fußschmerzen sind Überbeanspruchungen sowie erworbene und angeborene Fehlstellungen. „Um Komplikationen und Langzeitfolgen zu vermeiden, empfehle ich frühzeitig bei Schmerzen und Beschwerden eine fußorthopädische Abklärung durch einen Experten in Erwägung zu ziehen“, sagt Dr. Michael Kehrer, Leiter des Fußzentrums am Universitätsklinikum Bonn.

Sportaffiner Trend – immer häufiger ist ein Fuß-Experte gefragt

Durch eine spürbar zunehmende sportaffine und gesundheitsbewusste Gesellschaft häufen sich mit einem immer breiteren Angebot an sportlichen Freizeitaktivitäten auch akute Verletzungen und Unfallfolgen am Fuß und Sprunggelenk. Erkrankungen und Verletzungen des Fußes gehören damit heutzutage zu den häufigsten orthopädischen und unfallchirurgischen Diagnosen. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, baut das Team rund um Oberarzt Dr. Kehrer kontinuierlich die orthopädische Fußsprechstunde als festes Integral im gelenkchirurgischen Schwerpunkt der Bonner Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie weiter aus – begleitet durch den Zertifizierungsprozess. So wurden im Jahr 2020 im Fußzentrum auf dem Bonner Venusberg-Campus trotz Corona-Pandemie 200 komplexe Eingriffe am Fuß und Sprunggelenk durchgeführt.

Komplettes konservatives und operatives Leistungsspektrum

„In einem universitären Fußzentrum wie unserem sind wir medizinisch immer am Zahn der Zeit, da hier die neuesten und innovativsten Behandlungs- und Therapieverfahren zur Verfügung stehen. Zudem sind Forschung und wissenschaftliche Studien integriert“, sagt Dr. Kehrer. Patienten mit Fuß- und Sprunggelenksbeschwerden erhalten so eine bestmögliche diagnostische Abklärung – beispielsweise im sogenannten „4Dmotion Lab“ zur videounterstützten Gang- und Haltungsanalyse. Hinzukommt eine differenzierte Beratung hinsichtlich einer konservativen sowie operativen Versorgung. Dabei sind Spezialisten der Orthopädie und Unfallchirurgie innerhalb des Zentrums eng verzahnt. So gibt es eine hohe und langjährige Behandlungsexpertise für orthopädische, traumatologische und plastisch-rekonstruktive Eingriffe am Fuß und Sprunggelenk sowie für kindliche angeborene oder erworbene Fußdeformitäten und assoziierte komplexe Erkrankungsbildern aus der Kinder- und Neuroorthopädie. Ein enges Kooperationsnetzwerk mit der klinikinternen Physiotherapie und der externen Orthopädietechnik vor Ort sichert eine umfangreiche Nachsorge und Versorgung mit Einlagen, Bandagen, Orthesen und Spezialschuhwerk.

Amputationen als Folge von Blutzucker sind vermeidbar

Eine große Besonderheit ist eine ganzheitliche interprofessionelle Versorgung und Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom (DFS) aufgrund der engen Zusammenarbeit des Fußzentrums mit der Diabetologie, Angiologie, Gefäßchirurgie, Radiologie, Neurologie und Orthopädietechnik. Betroffene sind Hochrisikopatienten für Komplikationen wie schwere Weichteil- und Knocheninfektionen am Fuß. Zudem leiden sie häufig unter Kribbeln und Taubheitsgefühlen in den Füßen aufgrund geschädigter Nerven sowie Durchblutungsstörungen oder Knochengelenksveränderungen. „Das diabetische Fußsyndrom und seine Risiken werden häufig unterschätzt, dabei haben sie gravierende Folgen für die Betroffenen in Bezug auf Lebensqualität und Mobilität. Um die Rate an Amputationen und Krankenhausaufenthalten zu senken, ist eine gute Gesundheitserziehung sowie enge Betreuung durch ein Netzwerk an Spezialisten obligat. Die interdisziplinäre Versorgung von DFS-Patienten sollte deshalb an einem spezialisierten Zentrum wie unserem mit hoher Expertise erfolgen“, sagt Dr. Kehrer.

Qualitätsmanagement bleibt nie stehen

Die erfolgreiche Zertifizierung ist keine einmalige Aktion. So werden auch zukünftig immer wieder Struktur- und Arbeitsprozesse innerhalb des Fußzentrums überprüft. Auch sind Operateure und Fachpersonal kontinuierlich an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen beteiligt. „Wir wollen unseren Patienten jederzeit eine ganzheitliche und individuelle Behandlung auf höchsten Niveau und bestmöglicher Qualifizierung für moderne und nachhaltige Therapieverfahren gewährleisten können“, sagt Prof. Wirtz.

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