Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sections
Sie sind hier: Startseite News

News

Das Kuratorium der Medizinischen Fakultät, unter der Leitung von Prodekan Professor Hartmann, durfte Ende des letzten Jahres über elf eingegangene Anträge mit einer Gesamtsumme von 125.256 Euro entscheiden. Das Rennen haben dabei zwei Projekte gemacht, die nun die Fördermittel aus dem Stiftungsfonds erhalten. Im Fokus des Auswahlprozesses standen vor allem das Innovationspotenzial der wissenschaftlichen Projekte sowie die Förderung junger Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler.
 
Eines der geförderten Projekte ist bei der Universitätskinderklinik Bonn angesiedelt. Herr Dr. med. Gabriel Dworschak forscht zu dem Thema „Functional analysis of PLXNA1 as a candidate gene for malformations of the central nervous system” 
 
Frau Dr. med. Sarah Thiele und Frau Dr. rer. nat. Johanna Meyer arbeiten beide für die Universitäts-Augenklinik Bonn. An sie ging der Zuschlag für das gemeinsame Projekt „Deep learning als Bildanalyse-Methode im Kontext der Augenerkrankung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)“. Die altersabhängige Makuladegeneration ist die häufigste Erblindungsursache in den westlichen Industrieländern.
 

Der Herbert-Reeck-Stiftungsfonds wird seit 2016 von der Bonner Universitätsstiftung verwaltet. Die vorher rechtlich selbstständige Stiftung wurde vom Stifter Herbert Reeck am 10.01.1978 gegründet. Zweck des Stiftungsfonds ist die Förderung der humanmedizinischen Forschung sowie die Blindenhilfe.

Wir begrüßen Prof. Dr. Dr. Veronika Lukacs-Kornek. Sie übernahm im Februar die Professur für Immunodynamik am Institut für Experimentelle Immunologie.

Heute starteten Prof. Dr. Rainer Surges als Nachfolger von Prof. Elger als Professor für Epileptologie an der Klinik und Poliklinik für Epileptologie, Prof. Dr. Janbernd Kirschner als Professor für Neuropädiatrie am Zentrum für Kinderheilkunde und und Prof. Dr. Laura Ewell als Juniorprofessorin für Circuits and Behavior am Institut für Experimentelle Epileptologie und Kognitionsforschung.

Weiterlesen

Die Versuchsteilnehmer sahen zunächst Bilder einer Landschaft,

Wenn wir das Foto von einem sonnigen Strandtag betrachten, meinen wir manchmal fast, noch den Geruch von Sonnencrème zu riechen. Unser Gehirn ergänzt häufig Erinnerungen um damit verknüpfte Gedächtnis-Inhalte. Eine neue Studie der Universitäten Bonn und Birmingham zeigt nun, welche Mechanismen dabei ineinander greifen. Sie ist nun in der Zeitschrift Nature Communications erschienen.

Die Forscher zeigten Versuchspersonen in acht Versuchsdurchgängen jeweils zehn Landschafts-Bilder. Zusätzlich war in jeder Aufnahme ein Detailfoto mit einem von zwei Objekten eingefügt, etwa einer Himbeere oder eines Skorpions. Die Probanden durften sich jedes der zusammengesetzten Fotos drei Sekunden ansehen. Nach einer kurzen Pause bekamen sie in einem zweiten Durchgang nur die Landschaften zu sehen. Sie sollten dann angeben, ob dort ursprünglich zusätzlich die Himbeere oder der Skorpion aufgetaucht war.

„Gleichzeitig haben wir uns die Hirnaktivität der Teilnehmer angeschaut“, erklärt Prof. Dr. Dr. Florian Mormann, der am Universitätsklinikum Bonn die Arbeitsgruppe Kognitive und Klinische Neurophysiologie leitet. „Dabei haben wir uns auf zwei Hirnregionen konzentriert – den Hippocampus und den entorhinalen Cortex, ein Gebiet der Hirnrinde.“ Vom Hippocampus weiß man, dass er bei assoziativen Erinnerungen eine Rolle spielt. Welche genau, war bislang aber weitgehend unbekannt.

Die Wissenschaftler stießen nun auf einen interessanten Befund: In der Erinnerungsphase feuerten zunächst die Nervenzellen im Hippocampus. Das war auch bei einer Kontrollaufgabe der Fall, bei der die Teilnehmer sich nur einfache Landschaftsaufnahmen hatten einprägen müssen. Bei der Aufgabe, in der die Bilder eine zusätzliche Information enthalten hatten – also etwa das Foto eines Skorpions –, dauerte die Hippocampus-Aktivität jedoch deutlich länger an. Während dieser Verlängerung begannen dann zusätzlich Zellen im entorhinalen Cortex zu feuern.

„Dieses Aktivitätsmuster im Cortex ähnelte stark der Erregung, die wir dort in der Lernphase gemessen hatten, also bei der Betrachtung des zusammengesetzten Bildes“, betont Dr. Bernhard Staresina von der Universität Birmingham. In der Tat ging diese Ähnlichkeit so weit, dass eine Analyse-Software aus der Aktivität des entorhinalen Cortex ablesen konnte, ob sich der jeweilige Teilnehmer gerade an einen Skorpion oder eine Himbeere erinnerte. „Wir sprechen auch von einer Re-Instanziierung“, sagt Staresina. „Die Erinnerung versetzt die Nervenzellen in einen ähnlichen Zustand, wie sie ihn beim Ansehen des Fotos hatten.“

Die Wissenschaftler vermuten, dass der Hippocampus für diese Re-Instanziierung verantwortlich ist. Eine wichtige Rolle spielen dabei die hippocampalen Nervenzellen, die in der Verlängerung aktiv werden: Mit ihrem Erregungsmuster teilen sie dem Gedächtnis möglicherweise mit, wo genau der fehlende Teil der Erinnerung (in diesem Beispiel das Bild der Himbeere oder des Skorpions) abgelegt ist.

Epilepsie-Patienten ins Gehirn geschaut

Die Messungen wurden an der Klinik für Epileptologie in Bonn durchgeführt – einem der größten Epilepsiezentren Europas. Hier werden unter anderem Patienten behandelt, die unter schweren Formen einer Schläfenlappen-Epilepsie leiden. Dabei versucht man, das defekte Nervengewebe operativ zu entfernen, das die Krampfanfälle auslöst. Um den Krampfherd zu lokalisieren, werden dazu in manchen Fällen zunächst Elektroden ins Gehirn der Kranken implantiert. Über diese lässt sich die Aktivität der Nervenzellen aufzeichnen. Als Nebeneffekt können Forscher diesen Umstand auch nutzen, um den Patienten gewissermaßen beim Erinnern zuzuschauen.

So auch in der aktuellen Studie: Die 16 Teilnehmer waren allesamt Epilepsie-Patienten, denen haarfeine Spezialelektroden in den Schläfenlappen eingesetzt worden waren. „Damit konnten wir die Reaktion der Nervenzellen auf visuelle Reize messen“, erläutert Prof. Mormann. Die Methode erlaubt einen faszinierenden Einblick in die Funktionsweise unseres Gedächtnisses. Möglicherweise lassen sie sich auch nutzen, um die Ursachen von Erinnerungs-Störungen besser zu verstehen.

Publikation: Bernhard P. Staresina, Thomas P. Reber, Johannes Niediek, Jan Boström, Christian E. Elger und Florian Mormann: Recollection in the human hippocampal-entorhinal cell circuitry; Nature Communications; dx.doi.org/10.1038/s41467-019-09558-3

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Florian Mormann
Klinik für Epileptologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/28715738
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Dr. Bernhard Staresina
School of Psychology
University of Birmingham
Tel. +44 (0)121 414 8690
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n): , , ,
Woher stammen antibiotika-resistente Erreger in unseren Gewässern?

Wie steht es um das Vorkommen von Antibiotika-resistenten Erregern in unseren Ab- und Gewässern? Welche Eintragspfade und Verbreitungswege und damit mögliche verbundene Risiken für Mensch und Umwelt können identifiziert werden? Diesen und weiteren Fragen gingen Forscher im Verbundprojekt „Biologische bzw. hygienisch-medizinische Relevanz und Kontrolle Antibiotika-resistenter Krankheitserreger in klinischen, landwirtschaftlichen und kommunalen Abwässern und deren Bedeutung in Rohwässern (HyReKA)“ nach. Das Vorhaben wurde in den vergangenen drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Ergebnisse werden heute und morgen (3./4. April) bei der Abschlussveranstaltung des Projektes in Berlin vorgestellt.

Im Verbundvorhaben untersuchten die Forscher mögliche Eintragspfade und Verbreitungswege von Antibiotika-resistenten Bakterien, Antibiotika-Resistenzgenen und Antibiotika-Rückständen an einem Krankenhaus der Maximalversorgung, Tiermast- und Schlachtbetrieben sowie aus Flugzeugen und Flughäfen und deren Weiterverbreitung über Kläranlagen in Gewässer. Bei der Quellensuche für Antibiotika-Resistenzen wurde beginnend in der Klinik (Sanitäranlagen in Patientenbereichen) der gesamte Abwasserweg bis in den Vorfluter der Kläranlage unter die Lupe genommen. Als Vergleich diente ein unbelastetes ländliches Flusssystem, im Einzugsbereich befinden sich fast keine Mastbetriebe. Zusätzlich wurden auch entsprechende Abwässer direkt in Mast- und Schlachtbetrieben untersucht und deren Ausbreitung über die Abwasserkläranlagen und in Gewässer analysiert. Flugzeugtoiletten und Rohwässer wurden ebenfalls untersucht.

Hierbei standen die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besonders kritisch angesehenen Antibiotika-resistenten Erreger und Antibiotika (Carbapeneme, Colistin) im Fokus. „Infektionen bei gefährdeten Patienten mit diesen Erregern stellen mittlerweile eine große Herausforderung sowohl für die Krankenhaushygiene, die Tier- und Lebensmittelhygiene als auch den öffentlichen Gesundheitsschutz dar“, sagt Prof. Dr. med. Dr. h. c. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn und Leiter des HyReKA-Verbundprojektes.

Klinikabwässer

In den getesteten Klinikabwässern konnten Antibiotika-resistente Bakterien und Resistenzgene nachgewiesen werden; im Vergleich dazu wurden diese Erreger in dem freien Gewässersystem nur sehr selten nachgewiesen. Rückstandsuntersuchungen in den getesteten Klinikabwässern zeigten auch höhere Antibiotika-Konzentrationen als in freien Gewässer. Ergebnisse aus dem HyReKA-Projekt sind Basis für eine entsprechende nationale Empfehlung zur Krankenhaushygiene, die in Kürze erscheinen wird.

Ländliches Gewässersystem

Es ließ sich aufzeigen, dass Kläranlagen wichtige punktförmige Quellen für Antibiotika-resistente Erreger sind. Dennoch stellen auch diffuse Quellen wie zum Beispiel die Mischwasserentlastung einen sehr wichtigen Beitrag zur Gewässerbelastung mit Antibiotika-resistenten Erregern dar, da hier bei Starkregenfällen große Mengen von Bakterien die Vorfluter erreichen.

Mast- und Schlachtbetriebe

Bei den untersuchten Masttierhaltungen und Schlachtbetrieben zeigte sich, dass in Mastställen keine Abwässer anfallen, die in kommunale Kläranlagen eingeleitet werden. Untersuchungen ergaben, dass die Bakterien aus den Abwässern von landwirtschaftlichen Betrieben weniger multi-resistent sind als jene aus der Humanmedizin. Dabei zeigt sich der verantwortungsbewusste Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung als die wichtigste Stellschraube zur Vermeidung von Resistenzen. In Geflügel- und Schweineschlachthöfen wiesen die Forscher an fast allen Probenahmestellen Antibiotika-resistente Krankheitserreger nach, die aber durch betriebseigene Kläranlagen zum Großteil eliminiert werden.

Flugzeugtoiletten als Reservoir

Die Untersuchung von Flugzeugabwässern zeigte dort eine außerordentliche Vielzahl unterschiedlicher Resistenzgene, weswegen einer guten Toilettenhygiene in Flugzeugen offensichtlich eine bislang unterschätzte Bedeutung zukommt.

Kläranlagen

Die konventionelle Abwasserklärung führte zu einer sehr starken Reduktion der Bakterien, es wurden aber nie alle Mikroorganismen entfernt. Untersuchungen von zusätzlichen Abwasserbehandlungsverfahren ergaben, dass es sich bei der Ultrafiltration um die effizienteste Methode handelt, die nahezu 100 Prozent aller resistenten Bakterien zurückhält. Andere getestete Methoden waren nicht ganz so effektiv (Ozonierung, UV etc.) und ermöglichen eine Vermehrung mancher überlebender Erreger.

Die Ergebnisse von HyReKA fließen in neue Empfehlungen und Richtlinien ein, um die weitere Belastung durch Antibiotika-Resistenzen in Abwässern deutlich zu senken. Das Umweltbundesamt prüft zum Beispiel die Ergebnisse des Projektes dahingehend, inwieweit Regelungen für die Abwasseraufbereitung erforderlich sind. Bundesministerin Anja Karliczek stellt hierzu fest: „Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Das Forschungsprojekt HyReKA trägt dazu bei, die hohe Wasserqualität in Deutschland zu schützen. Dank HyReKA können wir besser verstehen, wie Antibiotikaresistenzen über das Abwasser in unsere Gewässern gelangen. Dieses Problem kann nun angegangen werden, denn das Projekt liefert auch die technischen Lösungen dafür. Für Krankenhäuser werden beispielsweise neue Hygieneanforderungen für die Abwasserentsorgung entwickelt. So kann die Belastung mit multiresistenten Erregern in Gewässern deutlich gesenkt werden.“

Zahlreiche Partner beteiligt

Zu den Forschungspartnern des Verbundprojektes HyReKA zählen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit dem Institut für funktionelle Grenzflächen und dem Institut für Mikrosystemtechnik, das Universitätsklinikum Bonn mit dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) und dem Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP), die Universität Bonn mit dem International Food Net Center (FNC) und den Fokusgruppen Food Waste und One Health, die Technische Universität Dresden mit dem Institut für Hydrobiologie, die RWTH Aachen mit dem Institut für Siedlungswasserwirtschaft, das Umweltbundesamt (UBA), das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe (TZW) und kommunale Partner wie der Erftverband Bergheim, der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV), der Zweckverband Klärwerk Steinhäule und der Industriepartner XYLEM Services GmbH.

Informationen zu HyReKA und zur Abschlusskonferenz: www.hyreka.net

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Exner
Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit (IHPH)
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/287-15520 oder -15521
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Dr. med. Dr. agr. Ricarda Schmithausen
Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit (IHPH)
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/287-13452
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Prof. Dr. rer. nat. Thomas Schwartz,
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Campus Nord, Institut für funktionelle Grenzflächen (IFG),
Tel. 0721/608-26802
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n): , , ,

Sind Strukturen des Mandelkerns (Amygdala) im Gehirn beeinträchtigt, stellen sich viel schneller und ausgeprägter Illusionen ein. Dies hat ein Forscherteam unter Leitung der Universität Bonn an eineiigen Zwillingen herausgefunden, bei denen beide Amygdalae geschädigt sind. Weitere Experimente mit Probanden zeigten, dass diese Hirnstruktur offenbar effektiv vor Körperwahrnehmungsstörungen schützt. Diese Erkenntnis aus der Grundlagenforschung ermöglicht vielleicht auch ein besseres Verständnis psychischer Erkrankungen. Die Ergebnisse sind vorab online in „The Journal of Neuroscience“ veröffentlicht. Die Druckfassung erscheint demnächst.

Bei der “Gummihand-Illusion” handelt es sich um eine klassische Sinnestäuschung, die auf Experimenten beruht, die 1998 von Matthew Botvinick und Jonathan D. Cohen veröffentlicht wurden. Die Versuchsperson legt beide Hände auf einen Tisch. Eine der Hände wird verdeckt und daneben eine täuschend echt wirkende Gummihand platziert. Anschließend werden gleichzeitig die echte Hand und die Gummihand mit einem Pinsel rhythmisch gestreichelt. Bei den allermeisten Probanden stellt sich nach einiger Zeit das Gefühl ein, dass die künstliche Hand ein Teil des eigenen Körpers ist.

Ein Team um Prof. Dr. René Hurlemann von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) hat dieses Experiment an eineiigen Zwillingen durchgeführt, die beide am Urbach-Wiethe-Syndrom erkrankt sind. Bei der seltenen Erkrankung sind unter anderem in beiden Schläfenlappen des Gehirns die Mandelkerne (Amygdalae) defekt. „Als eine Folge ist bei den Zwillingen die Körperwahrnehmung beeinträchtigt“, berichtet Hurlemann. Prompt stellte sich bei den Zwillingsschwestern die Gummihand-Illusion besonders rasch und sehr ausgeprägt ein. Ein Jahr später widerholten die Forscher das Experiment an den Zwillingen – mit gleichem Ergebnis. Die Wissenschaftler vermuteten deshalb, dass die Amygdala eine wichtige Rolle zum Schutz vor Körperwahrnehmungsstörungen spielt.

Sinnestäuschung ist mit intakter Amygdala schwächer

Mit weiteren Experimenten verfolgten die Forscher diese Spur. Sie wiederholten das Experiment an einer Kontrollgruppe mit 20 gesunden Frauen. Dabei zeigte sich, dass es viel länger dauerte als bei den Zwillingen mit defekten Amygdalae, bis sich die Gummihand-Illusion einstellte. Wie sich anhand eines standardisierten Fragebogens zeigte, war darüber hinaus die Sinnestäuschung bei den Frauen mit intakten Amygdalae viel schwächer als bei den Zwillingen. „Bislang ist die Amygdala kaum mit der Gummihand-Illusion in Zusammenhang gebracht worden“, berichtet die Erstautorin Dr. Franny Spengler, die mehrere Jahre im Team von Prof. Hurlemann geforscht hat und dann an die Universität Freiburg gewechselt ist.

Im nächsten Schritt hat das Forscherteam am Bonner Universitätsklinikum mit einem Hirnscanner das Volumen der Amygdalae bei 57 Probanden (36 Frauen und 21 Männer) gemessen. Außerdem wurde erneut das Gummihand-Experiment durchgeführt und die Zeit gemessen, bis die Gummihand-Illusion auftrat. Ergebnis: Je kleiner die Amygdala, desto schneller stellte sich die Sinnestäuschung ein.

Oxytocin fördert Gummihand-Illusion

Anschließend verabreichten die Wissenschaftler den Probanden an zwei aufeinanderfolgenden Terminen ein Oxytocin-Spray und ein Placebo-Spray in die Nase. „Studien zeigen, dass das Hormon Oxytocin die Aktivität der Amygdala hemmt“, sagt Prof. Dr. Markus Heinrichs vom Institut für Psychologie der Universität Freiburg, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. Das Oxytocin verstärkte die Gummihand-Illusion: Der Effekt trat viel schneller ein und war deutlich stärker als nach Placebo-Gabe. Heinrichs: „Offenbar mindert eine intakte Amygdala die Anfälligkeit für die Gummihand-Täuschung.“

Für Hurlemann deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass die Amygdala generell eine Schutzfunktion vor gestörter Körperwahrnehmung hat. „In der Literatur wurde die Amygdala häufig als ein Alarmmelder für äußere Gefahrenreize beschrieben“, berichtet der Wissenschaftler des UKB. „Neu ist, dass diese Hirnstruktur auch bei der Körperwahrnehmung eine große Rolle spielt.“ In der Evolution hat sich diese Schutzstruktur offenbar früh durchgesetzt: Als Jäger und Sammler, bedroht von wilden Tieren und feindlichen Sippen, hätte der Mensch wahrscheinlich kaum eine Überlebenschance gehabt, wenn er im Gefahrenfall unter Körperillusionen litte.

Die Wissenschaftler fragen sich nun, ob die Amygdala vielleicht auch bei Krankheiten eine Rolle spielt, die mit einem gestörten Körperschema zusammenhängen. Hurlemann: „Wir stehen am Anfang einer wichtigen wissenschaftlichen Spur, die vielleicht auch für psychische Erkrankungen eine Relevanz hat.“

Publikation: Franny B. Spengler, Dirk Scheele, Sabrina Kaiser, Markus Heinrichs, René Hurlemann, A protective mechanism against illusory perceptions is amygdala-dependent, The Journal of Neuroscience, DOI: https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.2577-18.2019

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Dr. René Hurlemann
Stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Direktor der Abteilung für Medizinische Psychologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/28719123
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n):
Übergabe des Lisec-Artz-Preises im Bonner Universitätsclub (von links):

Mit dem Lisec-Artz-Preis werden bundesweit herausragende Nachwuchswissenschaftler in der Krebsforschung durch die Bonner Universitätsstiftung ausgezeichnet. Ein Kuratorium der Medizinischen Fakultät hat Dr. Christian Braun von der Ludwig-Maximilians-Universität München für seine Forschung im Bereich der translational-molekularen Onkologie kindlicher Tumore als Preisträger ausgewählt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

„Ich freue mich sehr über den Lisec-Artz-Preis, mit dem meine Forschung gewürdigt wird“, sagt Dr. Christian Braun, der im Bonner Universitätsclub die Auszeichnung entgegennahm. Braun spürt neue und personalisierte Therapieangriffspunkte auf. Einen ganz besonderen Fokus legt er dabei auf sogenannte RNA-Moleküle, welche funktionelle Zwischenprodukte auf dem Weg vom Gen zum fertigen Protein darstellen. Wie sich in den letzten Jahren herausgestellt hat, ist der Lebenszyklus dieser RNA-Moleküle nicht nur hochkomplex reguliert, sondern auch in vielen Krebszellen verändert. Der Nachwuchswissenschaftler aus München setzt auf neue genetische Hochdurchsatzverfahren, welche Regulatoren des RNA-Lebenszyklus maligner Hirntumoren systematisch auf therapeutisch ausnutzbare Schwachstellen abklopfen.

„Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland, deshalb ist jeder Fortschritt auf diesem Gebiet sehr wichtig“, sagt Prof. Dr. med. Nicolas Wernert, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn. Die Bonner Universitätsstiftung schreibt zusammen mit der Medizinischen Fakultät den Lisec-Artz-Preis aus. Maria Josefine Lisec gründete 1972 testamentarisch die Lisec-Artz-Stiftung, die im Jahr 2011 auf die Bonner Universitätsstiftung übertragen wurde. „Mit dem Preis werden herausragende Leistungen ausgezeichnet, die die Krebsforschung voranbringen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Vorstandsvorsitzender der Bonner Universitätsstiftung.

Dr. Braun studierte Medizin an der Universität Göttingen und absolvierte Teile seiner Facharztausbildung in Kinder- und Jugendmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zwischen 2011 und 2017 war er als promovierter wissenschaftlicher Mitarbeiter am amerikanischen Massachusetts Institute of Technology tätig, wo er grundlegende Methoden für seine heutigen Forschungsinteressen etablierte. Seit 2019 ist er Leiter einer durch die Deutsche Krebshilfe geförderten Max-Eder-Nachwuchsgruppe am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Kontakt für die Medien:

Dr. Gudrun Wandt
Dekanat der Medizinischen Fakultät
Universität Bonn
Tel. 0228/28719205
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Antonia Streit
Stabsstelle Stiftung und Fundraising
Universität Bonn
Tel. 0228/737011
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n):
Carybdea rastoni

Die Würfelqualle Carybdea rastoni verfügt nicht nur über sehr giftige Nesselzellen, sondern auch über hoch entwickelte Augen. Forscher der Universität Bonn haben den Helligkeits-Rezeptor des Tieres nun für einen ganz anderen Zweck genutzt: Sie brachten ihn im Herzen von Mäusen zur Ausprägung und konnten den Pumpmuskel so durch Bestrahlung mit Licht gezielt steuern. Sie wollen die Methode beispielsweise nutzen, um die Entstehung von Herzrhythmus-Störungen besser zu verstehen. Die Studie erscheint in der Zeitschrift Nature Communications.

Der Würfelqualle Carybdea rastoni sollte man tunlichst ausweichen – eine Berührung mit ihren Tentakeln ist ausgesprochen schmerzhaft. Zur Orientierung verfügt das Tier in seinem nur wenige Zentimeter großen Schirm über vergleichsweise hoch entwickelte Augen. Als Helligkeits-Sensor dient der Qualle dabei ein Rezeptor-Protein, das dem Sehpurpur (Rhodopsin) aus dem menschlichen Auge ähnelt.

Wird der Quallen-Rezeptor von einem Lichtstrahl getroffen, aktiviert er seinerseits das so genannte stimulierende G-Protein. „Erstaunlicherweise kennen wir dieses G-Protein beim Menschen auch“, erklärt Prof. Dr. Philipp Sasse vom Institut für Physiologie I der Universität Bonn. „Allerdings nicht im Auge: Bei uns steuern stimulierende G-Proteine unter anderem den Herzrhythmus.“ Hierdurch sorgen sie dafür, dass sich unser Puls beschleunigt, wenn bei Gefahr oder körperlicher Arbeit unser Adrenalinspiegel im Blut steigt.

Zweckentfremdeter Quallen-Sensor

Sasse und seine Kollegen haben den Helligkeits-Sensor der Würfelqualle daher zweckentfremdet, um mit ihm den Herzschlag von Mäusen zu steuern. Dazu haben sie die Bauanleitung des Sensors – sein Gen – in Labormäuse eingeschleust. Tatsächlich ließ sich die Herzfrequenz der Nager danach durch Stimulierung mit LED-Licht beschleunigen. „Wir können so sehr gezielte Untersuchungen durchführen, die normalerweise gar nicht möglich wären“, erklärt Sasse.

So schüttet der Körper bei Stress Adrenalin aus, das dann über die Blutbahn ins Herz gelangt. Dadurch werden praktisch alle stimulierenden G-Proteine in der Herzmuskulatur aktiviert, bis das Stresshormon irgendwann wieder ausgeschwemmt wird. „Durch die Verwendung von Licht können wir dagegen einen lokalen und zeitlich genau begrenzten Aktivierungsreiz setzen“, betont der Physiologe.

In der Studie haben die Forscher in einem Test nur den linken Vorhof stimuliert. In der Folge entwickelten sich bei der Maus Herzrhythmus-Störungen, die beim Menschen Vorhofflimmern auslösen können. Die Stimulation des rechten Vorhofs führte dagegen lediglich zu einer ganz normalen Beschleunigung des Pulsschlags – genauso, wie sie auch Adrenalin bewirkt. „Möglicherweise kann also eine unterschiedliche Reizverarbeitung im rechten und linken Vorhof Rhythmus-Störungen begünstigen“, erklärt Sasse. „Das ist eine These, die wir nun genauer untersuchen wollen.“

Die Studie zeigt auch, wie fein verschiedene Vorgänge zur Regulation des Herzschlags ineinandergreifen. Wenn sich etwa der Puls beschleunigt, muss sich die Herzmuskulatur nicht nur schneller und kräftiger zusammenziehen, sondern auch schneller wieder entspannen. Wenn dieses Zusammenspiel nicht klappt, sinkt die Menge des transportierten Blutes trotz eines schnelleren Herzschlags sogar ab. „Wir konnten nun experimentell nachweisen, dass die stimulierenden G-Proteine als erstes eine schnellere Entspannung fördern“, sagt Sasse. „Die Verstärkung der Herzkraft hinkt diesem Vorgang gewissermaßen hinterher.“

Auf herkömmlichem Wege wäre eine solch differenzierte Betrachtung kaum möglich gewesen. „Unsere optogenetische Methode stößt die Tür zu einem neuen Forschungsansatz auf“, erklärt Sasse. „Damit könnten sich in Zukunft die regionalen Unterschiede von komplexen Abläufen am Herzen deutlich besser untersuchen lassen als bislang.“

Publikation: Philipp Makowka, Tobias Bruegmann, Vanessa Dusend, Daniela Malan, Thomas Beiert, Michael Hesse, Bernd K. Fleischmann und Philipp Sasse: Optogenetic stimulation of G s -signaling in the heart with high spatio-temporal precision; DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-019-09322-7

Kontakt:

Prof. Dr. Philipp Sasse
Institut für Physiologie I, Universität Bonn
Tel. 0228/73-2402
Email: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n):
Prof. Dr. Achim Hörauf,

Infektionen mit parasitären Fadenwürmern gehören zu den vernachlässigten Erkrankungen (Neglected Tropical Diseases), die in den Tropen und Subtropen vorkommen und vor allem die Ärmsten der Armen betreffen. Ein internationales Forscherteam des Pharmaunternehmens Abbvie zusammen mit Tropenmedizinern in Liverpool (England) und Parasitologen der Universität Bonn haben in präklinischen Studien die Substanz ABBV-4083 identifiziert, die eine rasche und effektive Wirkung auf die Würmer zeigt und bereits Phase-1-Studien erfolgreich durchlaufen hat. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal „Science Translational Medicine” veröffentlicht.

Etwa 120 Millionen Menschen sind über Mückenstiche mit parasitären Fadenwürmern (Filarien) infiziert, die zum Krankheitsbild der Elefantiasis (lymphatische Filariose) führen können, bei der es durch Lymphstau zu Vergrößerungen der Extremitäten beziehungsweise der Hoden kommen kann. Weitere 17 Millionen Menschen sind mit Filarien infiziert, die die Onchozerkose auslösen können. Diese Erkrankung kann zur Erblindung und zu schweren Hautentzündungen führen.

Die Bekämpfung dieser Krankheiten erfolgt durch Massenbehandlungen mit Medikamenten, die die Übertragung der Erkrankung zeitweise unterbinden, aber nicht die adulten Würmer abtöten. „Somit müssen die Wirkstoffe im halbjährlichen bis jährlichen Abstand für die Lebensdauer der Filarien gegeben werden, die mehr als zehn Jahre betragen kann“, sagt Prof. Dr. Achim Hörauf, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP) am Universitätsklinikum Bonn (UKB). Prognosen gehen davon aus, dass Filariosen durch Massenbehandlungen nicht vor 2050 verschwunden und auch dann nicht in ganz Afrika beseitigt sein werden.

Gesucht: Medikamente, die auch die erwachsenen Filarien abtöten

Nach den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung sollen unter anderem auch schwere Erkrankungen bis zum Jahr 2030 bekämpft werden. „Um die Eliminierung der Onchozerkose und lymphatischen Filariose zu beschleunigen, werden deshalb Medikamente benötigt, die auch die erwachsenen Filarien abtöten“, sagt Privatdozent Dr. Marc P. Hübner vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Bonner Uniklinikums. Ein erstes solches Medikament ohne starke Nebenwirkungen und Goldstandard war Doxycyclin, dessen Wirkung auf die Filarien von der Bonner Gruppe zusammen mit Kollegen aus Ghana entdeckt wurde. Es eliminiert endosymbiontische Bakterien der Gattung Wolbachia, die die Filarien zum Überleben brauchen. Hübner: „Werden mit dem Wirkstoff die Bakterien abgetötet, sterben auch die Fadenwürmer.“ Schwangere, stillende Mütter und Kinder unter acht Jahren dürften jedoch Doxycyclin nicht einnehmen. Ein weiterer Nachteil sei die lange, tägliche Behandlung über vier bis fünf Wochen hinweg.

Kooperation mit verschiedenen Partnern führte zum Erfolg

Um neue Medikamente zur Abtötung erwachsener Filarien voranzutreiben wurde vor zehn Jahren mit Unterstützung der Bill & Melinda Gates Stiftung das Anti-Wolbachia Konsortium (A-WOL, Koordination Liverpool School of Tropical Medicine) und vor fünf Jahren das Macrofilaricidal Drug Accelerator Programm (MacDA) gegründet. „Durch die Zusammenarbeit der gemeinnützigen Bill & Melinda Gates Stiftung sowie der Drugs for Neglected Disease initiative (DNDi) mit Partnern aus der Industrie und Akademie wurde nun ein erster Kandidat identifiziert, der eine tödliche Wirkung für erwachsene Filarienwürmer klar in Tiermodellen der Filariose zeigt“, berichtet Hörauf. Ein weiterer Vorteil sei, dass der Wirkstoff nur maximal zwei Wochen eingenommen werden müsse.

Im Journal „Science Translational Medicine“ wird nun mit ABBV-4083 ein klinischer Kandidat des Pharma-Unternehmens Abbvie präsentiert, der in präklinischen Tiermodellen am IMMIP des Universitätsklinikums Bonn und der Liverpool School of Tropical Medicine bereits nach zwei Wochen Behandlung eine effiziente Wirkung gegen die Wolbachia-Endosymbionten der Filarien zeigte. Eine klinische Phase-I-Studie mit gesunden männlichen Probanden wurde bereits erfolgreich abgeschlossen, und eine klinische Phase-II-Studie mit Filariosepatienten soll nun umgesetzt werden.

„ABBV-4083 ist somit ein erster klinischer Kandidat, um die Eliminierung der Onchozerkose und lymphatischen Filariose zu erreichen und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung 2030 einzuhalten“, sagt Hübner. Ein weiterer Kandidat, der in diesem Zusammenhang mit Hilfe des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) entwickelt wird, ist Corallopyronin A. Der Wirkstoff hat im Tiermodell erwiesen, dass er die Endosymbionten der Filarien sogar noch effektiver abtötet. Zudem wirkt er gegen weitere Erreger wie MRSA und Gonokokken und Chlamydien.

Hörauf: „Weitere solche Wirkstoff-Kandidaten werden dringend benötigt, um neue Medikamente gegen diese verbreiteten Erkrankungen zur Verfügung zu haben.“ Dies betreffe nicht nur die parasitischen Würmer, sondern auch Bakterien, bei denen weltweit die Resistenzen gefährlich zunehmen. „Deshalb freuen wir uns, wenn es gelingt, gleich gegen mehrere Infektionserreger einen Wirkstoff zu entwickeln“, so Hörauf weiter. „Hierfür sind unsere internationalen Konsortien und insbesondere auch das DZIF ideale Plattformen, wo die benötigten Expertisen der Wissenschaft und der Industrie zusammengebracht werden können.“

Publikation: Mark J. Taylor, Thomas W. von Geldern, Louise Ford, Marc P. Hübner, Kennan Marsh, Kelly L. Johnston, Hanna T. Sjoberg, Sabine Specht, Nicolas Pionnier, Hayley E. Tyrer, Rachel H. Clare, Darren A. N. Cook, Emma Murphy, Andrew Steven, John Archer, Dominique Bloemker, Franziska Lenz, Marianne Koschel, Alexandra Ehrens, Haelly M. Metuge, Valerinne C. Chunda, Patrick W. Ndongmo Chounna, Abdel J. Njouendou, Fanny F. Fombad, Robert Carr, Howard E. Morton, Ghaith Aljayyoussi, Achim Hoerauf, Samuel Wanji, Dale J. Kempf, Joseph D. Turner, Stephen A. Ward: Preclinical development of an oral anti-Wolbachia macrolide drug for the treatment of lymphatic filariasis and onchocerciasis, Science Translational Medicine, DOI: 10.1126/scitranslmed.aau2086

Kontakt für die Medien:

Privatdozent Dr. Marc P. Hübner
Institut für Medizinische Mikrobiologie,
Immunologie und Parasitologie (IMMIP)
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/28719177
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Prof. Dr. Achim Hörauf
Direktor des Instituts für Medizinische
Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP)
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/28715675
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n):

Die Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Bonn hat ein neuartiges Gerätesystem für die Diagnostik von Prostatakrebs in Betrieb genommen. Bei der sogenannten MRT-gestützten Prostatafusionsbiopsie lassen sich mit Ultraschall allein schwer erfassbare Prostata-Karzinome sichtbar machen. Dazu werden die MRT- und Ultraschall-Bilder in Echtzeit übereinander geschoben. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse zu entdecken. Gerade kleinere Tumore werden früher erkannt und auch Wiederholungsbiopsien vermieden. Zudem kann das computergestützte System zur Optimierung der Behandlung eines Prostatakarzinoms genutzt werden.

Allein in Deutschland erkranken pro Jahr etwa 60.000 Männer neu an Prostatakrebs – hierzulande die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Da der bösartige Tumor in der Vorsteherdrüse im frühen, heilbaren Stadium meist keine Beschwerden verursacht, sollten Männer etwa ab dem 45. Lebensjahr Vorsorgeuntersuchungen nutzen. Ergeben sich dabei Warnhinweise, kann eine Probenentnahme erforderlich sein. Diese findet üblicherweise unter Ultraschallkontrolle statt. „Viele Tumore der Prostata sind jedoch im Ultraschall nicht erkennbar, so dass diese Form der Diagnostik leider auch immer wieder Tumorherde übersieht“, sagt Prof. Dr. Manuel Ritter, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Bonn. Folge des fehlenden Tumornachweises sind weitere Biopsien.

Neue Technik vermeidet unnötige Wiederholungsbiopsien

Bildgebungsverfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT) haben sich in Bezug auf Untersuchungen der Prostata enorm weiterentwickelt und ermöglichen heute eine höhere Genauigkeit bei der Erkennung und Lokalisation möglicher Tumorbefunde. Letzteres Diagnose-Verfahren nutzt spezielle Eigenschaften der Prostatakrebszellen, um gezielt das Tumorgewebe radioaktiv zu markieren und es so im PET sichtbar zu machen. Das neue System zur MRT-gestützten Prostatafusionsbiopsie ermöglicht den Urologen am Universitätsklinikum Bonn jetzt die Nutzung all dieser verfügbaren Bildinformationen. „Damit können wir einen Tumor der Prostata viel genauer einschätzen“, sagt Prof. Ritter. „Das Risiko einen Tumor zu übersehen, wird durch diese Technik ebenfalls reduziert.“

Dazu werden 3Tesla-MRT- und gegebenenfalls auch PET-CT-Bilder, in denen die tumorverdächtigen Areale eingezeichnet sind, mit der neuen speziellen Technik in das Gerät eingespielt und während der Biopsie mit dem Live-Ultraschallbild verschmolzen. Durch die Fusion entsteht ein dreidimensionales Bild der Prostata inklusive der verdächtigen Bereiche. So kann der Urologe die Biopsie-Nadel exakt auf die auffälligen Areale ausrichten, um dort Gewebeproben millimetergenau zu entnehmen. Die Probenentnahme erfolgt dabei in der Regel weiterhin schonend als ambulanter Eingriff und erfordert keine Narkose. „Wir arbeiten ganz eng mit der Radiologie, Nuklearmedizin und Pathologie an unserem Klinikum zusammen, deren Direktoren ebenfalls ausgewiesene Experten zur Diagnostik eines Prostatakarzinoms sind“, sagt Prof. Ritter.

Optimierung der Therapie eines Prostatakarzinoms

Durch das neue Computer-System werden die Biopsiestellen gespeichert und ein 3D-Modell der Prostata inklusive markierten Tumor erstellt, das anschließend bei der Therapieplanung und -durchführung genutzt wird. „Diese genauere Bestimmung der Lage und Größe eines Tumors hilft einzuschätzen, ob überhaupt eine Therapie notwendig ist oder ob lediglich Kontrollen erforderlich sind“, sagt Prof. Ritter. Das moderne System kann auch für die fokale Therapie verwendet werden. Dabei werden kleinere Tumorherde gezielt beseitigt, ohne die Vorsteherdrüse entfernen zu müssen.

„Sollte jedoch eine Operation erforderlich sein, können wir die Möglichkeit des Funktionserhalts der Potenz durch die erhobenen Befunde besser planen“, sagt Prof. Ritter. Am Universitätsklinikum Bonn wird in vielen Fällen durch Nutzung modernster Operationstechniken wie dem DaVinci-System sowie der Untersuchung des entnommenen Gewebes durch den Pathologen schon während der Operation die Schonung der Erektionsnerven möglich gemacht.

Kontakt für die Medien:
Univ.-Prof. Dr. med. Manuel Ritter
Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14180
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n):
Substantia Nigra (SN) und ventrales Tegmentum (VTA) im sich entwickelnden Gehirn:

Unser Gehirn ähnelt ein wenig einem komplexen Gebäude aus Lego, in dem jeder Stein seinen eigenen Platz hat. Mit dem Unterschied, dass sich unser Denkorgan quasi selbstständig zusammenbaut: Bei der Hirnreifung wandern die Zellen genau an die Orte, an denen sie später gebraucht werden. Forscher des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie am Universitätsklinikum Bonn und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben nun neue Erkenntnisse zu einem Prozess gewonnen, der bei diesem Vorgang eine wesentliche Rolle spielt. Ihre Ergebnisse sind nun in der Fachzeitschrift eLife erschienen.

Die Wissenschaftler haben in ihrer Studie einen bestimmten Typ von Zellen untersucht, die dopaminergen Neurone des Mittelhirns. Ihren etwas sperrigen Namen verdanken sie ihrer Fähigkeit, den Botenstoff Dopamin zu produzieren. Dieser spielt bei der Signalübertragung zwischen bestimmten Nervenzellen eine wesentliche Rolle, etwa im sogenannten Belohnungssystem. Dieses sorgt dafür, dass wir bestimmte Erfahrungen als angenehm empfinden und danach streben, sie zu wiederholen. Eine verminderte Dopaminausschüttung aufgrund eines fortschreitenden Verlusts dopaminerger Neurone kann zudem zur Parkinson-Erkrankung mit ihren charakteristischen Defiziten bei Bewegungsabläufen führen.

Je nach Funktion findet man dopaminerge Neurone in verschiedenen Bereichen unseres Denkorgans. Einer davon ist die Substantia nigra, ein zweiter das ventrale Tegmentum. „Die dopaminergen Neurone von Substantia nigra und ventralem Tegmentum werden beide aus Vorläuferzellen im Mittelhirn gebildet“, erklärt Prof. Dr. Sandra Blaess vom Institut für Rekonstruktive Neurobiologie des Universitätsklinikums Bonn. „Während der Embryonalentwicklung wandern sie zunächst zusammen in eine Richtung und reifen dabei weiter heran.“

Reelin stabilisiert die Sprint-Form der Zellen

Dann jedoch endet der gemeinsame Marsch: Ein Teil der Zellen biegt Richtung Substantia nigra ab, der andere bleibt zurück, um das ventrale Tegmentum zu bilden. „Wir wussten, dass bei diesem Prozess ein Protein namens Reelin eine wichtige Rolle spielt“, erklärt Blaess' Mitarbeiterin Ankita Vaswani. „Welche genau, wollten wir in unserer Studie herausfinden.“

Dazu haben die Wissenschaftler in dopaminergen Neuronen in der Maus die Produktion des Proteins DAB1 unterbunden, das für die Übertragung des Reelin-Signals in die Zelle essenziell ist. Unter dem Mikroskop zeigte sich, dass es die Substantia Nigra-Neurone dann nicht mehr schaffen, ihre endgültige Position zu erreichen.

„Wir haben die Neurone nun mit einem fluoreszenten Protein markiert und dopaminerge Neurone mit und ohne DAB1 bei ihrer Wanderung gefilmt“, erklärt Vaswani. „Dabei stellten wir fest, dass sich die Zellen mit DAB1 in den meisten Phasen nur langsam bewegten, dazwischen aber rasche Sprints einlegten.“ Auffällig war, dass die „Sprinter“ stets Fortsätze aufwiesen, die eindeutig in Richtung der Wanderungsbewegung ausgerichtet waren, und dass diese Zellen besonders zielgerichtet wanderten. Unter den Neuronen ohne DAB1 waren dagegen weniger „Sprinter“ zu finden, ihre Zellform war weniger stabil und die Zellen verloren teilweise ihre Orientierung. „Reelin scheint die in Wanderungsrichtung orientierte Zellform zu stabilisieren und so dafür zu sorgen, dass die Zellen sich schneller und gezielter bewegen“, interpretiert Prof. Blaess die Ergebnisse.

Vor allem zeigen die Resultate aber, dass Reelin sehr direkt in die Zellwanderung eingreift. „Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen Lockstoff, dem die dopaminergen Neurone folgen“, betont Sandra Blaess. „Stattdessen ist es vermutlich ein Faktor, der es den Neuronen ermöglicht, richtig auf andere Signale in ihrer Umgebung zu reagieren.“ Die Ergebnisse der Grundlagenstudie helfen den Wissenschaftlern, die komplexen Prozesse bei der Entstehung des Gehirns besser zu verstehen. Inwieweit sie sich auf das Gehirn des Menschen übertragen lassen, muss sich aber noch zeigen.

Publikation: Ankita R. Vaswani, Beatrice Weykopf, Cathleen Hagemann, Hans-Ulrich Fried, Oliver Brüstle und Sandra Blaess: Correct setup of the substantia nigra requires Reelin-mediated fast, laterally-directed migration of dopaminergic neurons; https://doi.org/10.7554/eLife.41623.001

Kontakt:

Prof. Dr. Sandra Blaess
Heisenberg-Professur für Entwicklungsneurobiologie
Institut für Rekonstruktive Neurobiologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel.: 0228/6885-540
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n):
Erforschen die Ursache von Epilepsien (von links):

Wenn es im Gehirn zu einem epileptischen Anfall kommt, dann geraten die Nervenzellen aus ihrem gewohnten Takt und feuern in einem sehr schnellen Rhythmus. Ursache ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Wissenschaftler der Universität Bonn haben nun die wichtige Rolle eines Beteiligten entdeckt: α2δ4 (alpha2delta4). Es handelt sich dabei um einen zentralen Player zwischen den Nervenzellen, der als ein Puzzlestein an der Entwicklung von Epilepsien maßgeblich beteiligt und ein möglicher Ansatzpunkt für Therapien ist. Die Ergebnisse erscheinen nun in „The Journal of Neuroscience“.

Bei einem epileptischen Anfall feuern die Nervenzellen gleichzeitig in einem sehr schnellen Rhythmus – wie bei einem Gewitter im Gehirn. Krampfanfälle sind dann die Folge. Aus einem solchen kurzen Anfall kann sich langfristig durch Veränderungen im Gehirn eine chronische Epilepsie entwickeln. „Bei der Suche nach neuen Therapien geht es vor allem auch darum, die allmähliche Ausbildung solcher schweren Anfallsformen zu verhindern“, sagt Prof. Dr. Albert J. Becker vom Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Bonn (UKB).

Wenn es zu einem epileptischen Anfall kommt, sind auch Gene und deren Regulation beteiligt. Gene sind Blaupausen der DNA. Von ihnen werden bei der Transkription Abschriften erstellt, die an unterschiedliche Orte in den Nervenzellen gelangen und deren Funktion beeinflussen. Wie die Wissenschaftler der Universität Bonn bereits vor einigen Jahren zeigen konnten, regelt der Transkriptionsfaktor Early growth response 1 (Egr1) die Calciumkanäle in den Nervenzellen hoch. Calcium kann dann vermehrt in die Poren der Nervenzellenkanäle einströmen. Dadurch beginnen diese, im Gleichtakt zu feuern – ein epileptischer Anfall beginnt.

Fahndung nach Epilepsie-Genen

„Allerdings ist das Geschehen deutlich komplexer, wie wir nun herausgefunden haben“, sagt Dr. Karen M. J. van Loo, Nachwuchsgruppenleiterin am UKB. „Es sind weitere Faktoren beteiligt.“ Wie bei einer Rasterfahndung suchte die Wissenschaftlerin mit ihren UKB-Kollegen Prof. Dr. Dirk Dietrich von der Neurochirurgie und Prof. Dr. Sandra Blaess vom Institut für Rekonstruktive Neurobiologie mit bioinformatischen Methoden nach weiteren Epilepsie-Genen, die an den Anfällen beteiligt sind. Anschließend beobachteten die Forscher an menschlichem Gewebe, das bei der operativen Entfernung von Epilepsieherden aus den Gehirnen von Patienten gewonnen wurde, und Mäusen das Zusammenspiel der epilepsieauslösenden Faktoren.

Im Wesentlichen geht es um die Dreiecksbeziehung aus dem bereits bekannten Transkriptionsfaktor Egr1 sowie den spezialisierten Calciumkanal-Poren Cav3.2 und α2δ4 (alpha2delta4). Van Loo: „Vor allem die Rolle von α2δ4 wurde bislang deutlich unterschätzt.“ Die Wissenschaftler sorgten bei den Mäusen durch eine Hochregulierung des Transkriptionsfaktors dafür, dass deren Nervenzellen im Gehirn deutlich mehr α2δ4 produzierten. „Je mehr α2δ4 vorhanden war, desto stärker war die Anfallsneigung“, fasst Prof. Dr. Susanne Schoch-McGovern vom Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Bonn die Ergebnisse zusammen. Dieser Zusammenhang bestätigte sich auch bei den Untersuchungen mit menschlichem Hirngewebe.

Wie das Antiblockiersystem beim Auto

Die Nervenzellen im Gehirn schützen sich normalerweise durch einen stabilen Rhythmus vor einem epileptischen Anfall. „Das lässt sich mit dem Antiblockiersystem beim Auto vergleichen, das ebenfalls vor einem Überreagieren schützt“, sagt Becker. Verschiedene Sensoren messen, ob ein Rad blockiert und dosieren dadurch optimiert die Bremskraft des Fahrzeugs. Wird α2δ4 hochreguliert, fällt dadurch in dem Nervenzellennetzwerk im übertragenen Sinn das Antiblockiersystem aus und das Gaspedal wird dabei voll durchgetreten: Der gewohnte Nervenzellenrhythmus gerät aus dem Takt und beschleunigt – ein epileptischer Anfall bahnt sich an.

„Es reicht nicht aus, sich einzelne Moleküle im Gehirn anzusehen, um den Ausbruch eines epileptischen Anfalls zu verstehen“, sagt Karen van Loo. „Vielmehr ist das ganze Netzwerk zu betrachten.“ Die Wissenschaftler sehen die Calciumkanalporen α2δ4 und Cav3.2 in Kombination mit dem Transkriptionsfaktor Egr1 als einen vielversprechenden therapeutischen Ansatzpunkt, um möglicherweise den Ausbruch von Epilepsien zu hemmen. „Es ist aber noch intensive Forschung erforderlich“, betont Susanne Schoch-McGovern.

Die Studie wurde im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 1089 und der Forschungsgruppe 2715 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Publikation: Karen M.J. van Loo, Christine K. Rummel, Julika Pitsch, Johannes Alexander Müller, Arthur F. Bikbaev, Erick Martinez-Chavez, Sandra Blaess, Dirk Dietrich, Martin Heine, Albert J. Becker, Susanne Schoch: Calcium channel subunit α2δ4 is regulated by early growth response 1 and facilitates epileptogenesis, „The Journal of Neuroscience“, DOI: https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.1731-18.2019

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Albert J. Becker
Institut für Neuropathologie
Universitätsklinikum Bonn
Tel. 0228/28711352
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n):

Etwa 8.000 Menschen in Deutschland sind von der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) betroffen. Zu einem Informationstag am Samstag, 9. Februar, rund um die fortschreitende Nervenlähmung laden das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Universitätsklinikum Bonn Fachleute, Betroffene und Interessierte ein. Zudem stellt sich die Motoneuronambulanz der Bonner Universitätsklinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie vor, einem der wenigen spezialisierten Zentren in Deutschland. Bruno Schmidt und seinem Verein „ALS – Alle Lieben Schmidt e.V.“ verleiht die Hertie-Stiftung im Rahmen der Veranstaltung den Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe in Höhe von 7.500 Euro. Die kostenlose Veranstaltung findet von 9 bis 15 Uhr im DZNE, Sigmund-Freud-Str. 27, auf dem Venusberg-Campus statt.

Im Dezember 2014 sah sich Bruno Schmidt im Alter von 49 Jahren mit der Diagnose „ALS“, einer chronisch-degenerativen Erkrankung des zentralen Nervensystems, konfrontiert. Zwei Jahre später gründete der passionierte Radfahrer seinen Verein „ALS – Alle Lieben Schmidt e.V.“ für Menschen, die an dieser unheilbaren Krankheit leiden. „Deren Verlauf ist bei jedem anders und keiner weiß, wohin die Reise geht. Aber mit meinem Engagement kann ich anderen Mut machen und helfen“, sagt Bruno Schmidt. So hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Betroffene und Angehörige zu unterstützen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Er möchte für die Erkrankung des motorischen Nervensystems Aufmerksamkeit schaffen und organisiert regelmäßige Veranstaltungen um Spenden zu sammeln. Ein Beispiel ist die zweite „Tour de ALS“ im Sommer 2017, bei der die Teilnehmer gemeinsam für den guten Zweck etwa 85 Kilometer mit dem Rad durch die Eifel fuhren.

„Die Hertie-Stiftung zeichnet Bruno Schmidt mit dem Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe aus, denn mit seiner wunderbaren Gabe schafft er es, andere Menschen zu begeistern. Mit viel Sensibilität hat er mit dem Verein ALS-Alle Lieben Schmidt e.V. ein engagiertes Projekt entwickelt, welches Mut macht und Kraft gibt“, erläutert Dr. Eva Koch, Leiterin des MS-Bereichs bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro soll die Projektarbeit fördern und die Vernetzung der verschiedenen ALS-Selbsthilfe-Initiativen in Nordrhein-Westfalen unterstützen. Zudem ist die Förderung von ALS-Ambulanzen ein wichtiges Anliegen.

Großzügige Spenden für ALS-Ambulanz am Universitätsklinikum Bonn

Im Verlauf einer ALS gehen Nervenzellen, die Befehle an die Muskeln übermitteln, nach und nach zugrunde. „Dies ist ein nicht mehr umkehrbarer Prozess, der sich meist als erstes mit Muskelschwäche und Muskelschwund in den Armen oder Beinen äußert“, sagt PD Dr. Patrick Weydt, Leiter der Motoneuronambulanz am Universitätsklinikum Bonn. „Viele sind schon früh auf einen Rollstuhl angewiesen.“ Zudem haben Betroffene Schwierigkeiten zu schlucken, zu sprechen oder zu atmen. ALS ist nicht heilbar und führt oft innerhalb von nur wenigen Jahren zum Tod. „Doch es gibt auch untypische Beispiele wie den verstorbenen Astrophysiker Stephen Hawking, der 55 Jahre mit der Krankheit lebte“, sagt der Neurologe Weydt.

Der Verein „ALS – Alle Lieben Schmidt e.V.“ hat die Motoneuronambulanz am Universitätsklinikum Bonn bereits mit zwei großen Spenden in einer Gesamthöhe von 32.500 Euro unterstützt. Sie ist auf die Behandlung von ALS-Patienten spezialisiert. Dabei geht es unter anderem um lebenswichtige Hilfen bei Atmung und Ernährung sowie um Unterstützung bei Kommunikation und Mobilität – wesentliche Faktoren für die Lebensqualität. Beide Spenden flossen in deren Patientenversorgung und in deren Forschung, die einen Beitrag zum besseren Verständnis des Krankheitsverlaufs leisten und somit Wege zu ALS-Medikamenten aufzeigen soll. Auch das DZNE, dessen Forschung das gleiche Ziel verfolgt, konnte sich im Sommer 2018 über eine Spende seitens Bruno Schmidt in Höhe von 5.000 Euro freuen.

Hinweis für die Medien:

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, sich anlässlich des Eröffnungssymposiums am Samstag, 9. Februar, im DZNE , Sigmund-Freud-Str. 27, selbst ein Bild von der Motoneuronambulanz am Universitätsklinikum Bonn zu machen und an der Verleihung des Hertie-Preises an Bruno Schmidt durch Dr. Eva Koch von der Hertie-Stiftung gegen 11:30 Uhr teilzunehmen. Zudem stehen die beiden und der Leiter der Motoneuronambulanz PD Dr. Patrick Weydt ab 11:15 Uhr für Gespräche zur Verfügung. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter [Email protection active, please enable JavaScript.] gebeten.

Mehr Informationen zum Hertie-Preis gibt es unter:
https://www.ghst.de/hertie-preis/

Mehr Informationen zu dem ALS-Verein „Alle Lieben Schmidt“ gibt es unter:
http://www.alleliebenschmidt.de/

Mehr Informationen zur Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie am Universitätsklinikum Bonn gibt es unter:
https://neurodeg.uni-bonn.de/

Mehr Informationen zum Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) gibt es unter:
https://www.dzne.de/

Zugeordnete Kategorie(n):
Ein Spezialist für minimal-invasive Herzchirurgie:

Prof. Dr. Hendrik Treede hat als neuer Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Bonn seinen Dienst angetreten. Der 49-jährige Nachfolger von Prof. Dr. Armin Welz will gemeinsam mit den 25 Herzchirurgen und dem großen Team aus Pflege- und Funktionskräften das herzchirurgische Angebot am Standort Bonn weiter ausbauen. Dabei setzt er mit seiner Spezialisierung auf minimal-invasive Verfahren neue Akzente. So ist Prof. Treede einer von wenigen Spezialisten in Deutschland, die voll-endoskopische Herzklappenoperationen unter Ausnutzung neuester Bildgebungsverfahren anbieten und Bypass-Operationen mit einem Da Vinci-OP-Roboter durchführen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt vor allem auf der Entwicklung und Anwendung von Interventionen mittels Katheter zum schonenden Ersatz von Herzklappen. Der neue Direktor der Herzchirurgie kommt vom Universitätsklinikum in Halle (Saale). Dort leitete er seit dem Herbst 2015 die dortige Herzchirurgie. Zuvor war er acht Jahre leitender Oberarzt am Universitären Herzzentrum in Hamburg / Eppendorf.

Neben der kompletten operativen Bandbreite der Herzchirurgie auf hohem Niveau wird Prof. Treede in Bonn verstärkt auf minimal-invasive Eingriffe in der Herzchirurgie setzen, also Techniken mit geringerem Operationsaufwand. Das ist eine Voraussetzung für eine deutlich geringere Belastung während des Eingriffs und eine schnellere Genesung. Gerade Risiko-Patienten können davon profitieren. Diese zum Teil noch sehr jungen Verfahren erfordern im engen Brustraum viel Fingerspitzengefühl und die Erfahrung des Operateurs.

Über kleine Zugänge für die Operationsgeräte repariert Prof. Treede beispielsweise Herzklappen mit Sichtkontrolle durch ein Endoskop, ein Instrument mit einer Minikamera an der Spitze. Besonders ist, dass er hier zu 100 Prozent 3D-Technik einsetzt. Zudem operiert der neue Direktor der Herzchirurgie als zur Zeit einziger Spezialist in Deutschland ausgewählte Bypasspatienten mit dem sogenannten Da Vinci-OP-Roboter, einem Gerät das es erlaubt besonders schonend und ohne Eröffnung des Brustbeins vorzugehen. Des Weiteren gehören endoskopische Eingriffe bei chronischem Vorhofflimmern und sogenannte „Kunstherzen“ als Unterstützungsmaßnahme bei einer schweren Herzleistungsschwäche zu seinem Spektrum. Über die klinische Forschung kann Prof. Treede seinen Patienten schon ganz früh erfolgversprechende neue Therapien anbieten. Sein Forschungsschwerpunkt liegt dabei vor allem auf Eingriffen mittels Katheter zum Ersatz von Herzklappen. „Diese für den Patienten sehr schonenden Therapien werden immer besser, so dass sie zukünftig auch bei immer mehr Patienten angewendet werden können.“

Optimale individuelle Therapie im Bonner Herzzentrum

Am Herzzentrum des Bonner Universitätsklinikums mit seinem hochmodernen Hybrid-OP – eine Kombination aus einem kompletten Herzkatheterlabor mit einem vollständig ausgestatteten herzchirurgischen OP-Saal – findet der neue Chefchirurg eine ausgezeichnete Basis für die Weiterentwicklung seiner klinischen Schwerpunkte und Forschung. Auch freut er sich auf die enge Zusammenarbeit mit dem Kardiologen-Team rund um Prof. Dr. Georg Nickenig, Direktor der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Bonn. „Ein Grund für mich nach Bonn zu kommen war, in meinem Kollegen Prof. Nickenig einen tollen, starken kardiologischen Partner zu haben“, sagt Prof. Treede. Sein Ziel für das Herzzentrum ist es, die Grenzen zwischen Herzchirurgie und Kardiologie weiter aufzulösen: „Als Team können wir jedem Patienten die jeweils beste Therapieoption anbieten, dafür steht das Herzzentrum des Universitätsklinikums Bonn.“

Aber nur wenig Zeit den Pinsel zu schwingen

Mit Vorfreude auf das landschaftlich attraktive Rheinland mit seinen fröhlichen Menschen ist Prof. Treede sehr gern nach Bonn gekommen. Auch mit Blick darauf, dass das Universitätsklinikum Bonn inzwischen eine Spitzenposition einnimmt, zum Beispiel mit dem zweithöchsten Fallschweregrad der behandelten Patientenfälle in Deutschland, und bei der Forschung die Universität Bonn im Rahmen der bundesweiten „Excellenz-Strategie“ zur Förderung von Spitzenforschung im Jahr 2018 mit sechs Clustern mehr Projekte einwerben konnte als jede andere deutsche Universität. „Klinisch und wissenschaftlich ist der Bonner Campus ein Eldorado. Es ist eine Chance sich selbst enorm einzubringen und weiterzuentwickeln“, sagt der Vater von zwei Söhnen im Alter von elf und fünfzehn Jahren. Für den erneuten Umzug nach nur drei Jahren erfüllte er gerne die Forderung seiner Familie nach Zuwachs in Form von zwei Hundewelpen aus einem spanischen Tierheim. „Wenn ich zwischendrin einmal Zeit habe, male ich leidenschaftlich gerne“, ergänzt Prof. Treede, der ursprünglich Kunst studieren wollte.

Kontakt für die Medien:
Prof. Dr. Hendrik Treede
Direktor der Klinik für Herzchirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14190
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Zugeordnete Kategorie(n):

 

Bernhard Steinweg

Die Medizinische Fakultät hat im Zuge der Professionalisierung und mit Blick auf die absehbaren Herausforderungen zu Mitte Dezember 2017 die Stelle "Geschäftsführer des Studiendekanats" eingerichtet.

Wir freuen uns, dass mit Herrn Dr. Bernhard Steinweg ein seit Jahren in der Lehre engagierter Mitarbeiter für diese Aufgabe gewonnen werden konnte. Herr Dr. Steinweg war als Kinderkardiologe viele Jahre Lehrkoordinator der Kinderklinik. 2015 hat er zusätzlich seinen Master of Medical Education (MME) als einer der Ersten an der Universität Bonn erfolgreich abgeschlossen. Seit 2,5 Jahren leitet er im Studiendekanat die Dot.Med-Schulungen, ein Fortbildungsprogramm für alle in der medizinischen Lehre Tätigen. Außerdem hat er in dieser Zeit viele weitere Projekte der Lehrverbesserung konzipiert und koordiniert, wie die Delphi-Studie zur PJ-Ausbildung und das aktuell laufende Curriculums-Mapping zur Erfassung aller Lehrveranstaltungen der Humanmedizin. In seiner neuen Rolle als Geschäftsführer wird er nun für den ehrenamtlich arbeitenden Studiendekan Herrn Professor Bernd Weber und seine Stellvertreter zentrale Aufgaben der Verwaltung und der Projektarbeit federführend übernehmen und in der Umsetzung begleiten.

Auch im 3. Quartal des Jubiliäumsjahres bietet die Universität Bonn zahlreiche kostenlose Sonderveranstaltungen an: https://www.200jahre.uni-bonn.de/de
 

Hinweisen möchten wir Sie auf eine Podiumsdiskussion am 26. September mit dem Dekan der Medizinischen Fakultät zur Digitalisierung der Medizin: 26. September 2018 - "Digitalisierung in der Medizin" mit Prof. Dr. Nicolas Wernert 

Weitere Veranstaltungen:
27. August 2018 - Exzellenz-Science Slam

05. September 2018 - Kabarett + Anarchie von und mit Sebastian Pufpaff
05.-08. September 2018 - SchülerInnenwoche - "Mathe: Mehr als Rechnen"

24. September 2018 - "Können Tiere rechnen?" mit Prof. Dr. Horst Bleckmann, Dr. Vanessa Schmitt und Martin Rütter


 

Am 08.10.2018 begann für die ersten 25 Studierenden des neuen Studiengangs Humanmedizin Bonn - Siegen ihr vorklinisches Studium. Ebenso wie die Studierenden des Studiengangs Humanmedizin Bonn werden die neuen Studierenden ihre ersten sechs Fachsemester des Studiums an der Universität Bonn absolvieren und sodann ihre akademische Ausbildung in Siegen fortsetzen. Dort werden sie am Medizincampus Bonn – Siegen ihren klinischen Studienabschnitt abschließen und im Anschluss die Möglichkeit erhalten ihr Praktisches Jahr oder Tertiale von diesem in einer der am Studiengang beteiligten Siegener Kliniken zu absolvieren.

Ziel des gemeinsamen Studiengangs der Universitäten Bonn und Siegen, sowie der vier beteiligten Siegener Kliniken ist es unter anderem einen nachhaltigen Beitrag für die Verzahnung der Humanmedizin mit weiteren medizinnahen Fächern zu leisten. Unter Zuhilfenahme innovativer Methoden aus dem Bereich der Digitalen Medizin werden die angehenden Ärztinnen und Ärzte auf höchstem wissenschaftlichem und medizinischem Niveau ausgebildet werden.

Alle Partner des Projekts Humanmedizin Bonn - Siegen wünschen den Studierenden einen guten Start in die ersten Wochen und Monate ihres Studiums.

Universität zu Köln

Die medizinischen Fakultäten beider benachbarter Standorte vereinen Expertisen im SFB 670, im DZIF-Standort Bonn-Köln sowie im CIO Köln-Bonn und stärken so die Wissenschaftsregion Köln-Bonn. Bei W3-Berufungen findet regelmäßig eine gegenseitige Beratung der Standorte auf Professor*innenebene statt.

Universitätsklinikum Aachen

Im Sonderforschungsbereich SFB/TRR 57 kooperieren Grundlagenforscher, Immunologen, Hepatologen und Nephrologen aus Aachen und Bonn in mehreren Teilprojekten bei der Analyse von Fibrosemechanismen in Leber und Niere.

Hochschule Rhein Sieg 

Mit der Hochschule Rhein Sieg ist ein gemeinsamer Masterstudiengang „Life Science Technologies“ geplant.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende,
 
im März 2018 konnte der Kooperationsvertrag zwischen den Universitäten Bonn mit ihrer Medizinischen Fakultät und Siegen sowie vier Kliniken in Siegen unterzeichnet werden. Damit ist der Weg bereitet, den neuen Studiengang Humanmedizin Bonn-Siegen bereits für das Wintersemester 2018/19 bei Hochschulstart anzumelden.
 
Der Einigungsprozess bis zu diesem Punkt zwischen allen Beteiligten war nicht einfach. Wir wurden hierbei großartig vom Rektorat, einschließlich der Universitätsverwaltung unterstützt. Ich möchte mich auch sehr bei allen Beteiligten aus Fakultät und UKB bedanken, die sich großartig unter Einsatz eingebracht haben. Diese Vorarbeit wird uns nicht nur helfen, das Bonn-Siegen-Projekt erfolgreich zu realisieren, das Projekt wird auch unseren eigenen Studiengang bereichern. Neue Forschungsbereiche in Kooperation mit Siegen sollen helfen, die Digitalisierung der Medizin auch an unserem Standort auszubauen. 
 
In den nächsten Monaten wird es, mit Unterstützung durch unsere Universitätsleitung und -verwaltung, in die harte Detailarbeit gehen, für die wir auf die weitere konstruktive Mitarbeit von Fakultät und UKB angewiesen sind. Von Seiten des Studiendekanats wird das Curriculum des neuen Studiengangs unter enger Einbindung der Siegener Kollegen konsequent weiter entwickelt werden, um den Studierenden Bonn-Siegen nach drei Jahren einen optimalen Übergang nach Siegen zu ermöglichen. Dabei wird es auch um die Entwicklung digitaler Lehrformen mit Unterstützung durch das Bildungszentrum der Hochschule (BZH) gehen.
 
Wir sind am Bonner Standort im Bereich der Versorgungsforschung und der Allgemeinmedizin inzwischen exzellent aufgestellt und werden das Projekt konsequent in Richtung Digitalisierung der Medizin zur weiteren Modernisierung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung betreiben. Der Campus Siegen-Bonn ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Wir freuen uns, ihn mit Ihnen gemeinsam gehen zu dürfen!
 
Mit freundlichen Grüßen
Ihr 
                   
Prof. Dr. med. Nicolas Wernert      &      Prof. Dr. med. Bernd Weber
Dekan der Medizinische Fakultät           Studiendekan der Medizinischen Fakultät
               der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  
 
 

„Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Fläche wollen wir in der Region Südwestfalen einen Modellversuch „Medizin neu denken“ starten. Danach sollen die Universitäten Bonn und Siegen künftig gemeinsam Mediziner ausbilden. […] Es wird erwartet, dass das zunächst auf fünf Jahre befristete Vorhaben neben dem Land auch vom Bund und der EU unterstützt wird und als „Nucleus“ in Nordrhein-Westfalen dienen kann.“  Quelle: Koalitionsvereinbarung für Nordrhein-Westfalen 

Artikelaktionen