Präzise Wirkstoffe gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs
Trotz intensiver Forschung ist Bauchspeicheldrüsenkrebs nach wie vor eine der tödlichsten Krebsarten. Obwohl nur rund vier Prozent aller Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist diese Tumorentität die vierthäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Zum Deutschen Krebskongress 2026 stellt die Deutsche Krebshilfe nun drei großangelegte Projekte vor, die sie im Rahmen ihres Förderschwerpunkts „Deutsche Allianz Pankreaskarzinom“ fördert. In dem geförderten Projekt PrepAIred wollen Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn in Kooperation mit der Universität North Carolina (USA) mittels KI-basiertem Protein-Design gezielt Bauchspeicheldrüsenkrebs bekämpfen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit insgesamt 1,99 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren.
Universität Bonn und Universitätsklinikum Bonn stärken klinisch-wissenschaftlichen Nachwuchs
Die Medizinische Fakultät der Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn (UKB) initiieren gemeinsam das EKFS-Promotionskolleg IMMUNE PILOT, das Medizinstudierende frühzeitig an die klinisch-wissenschaftliche Forschung heranführt. Das strukturierte Programm ist an der Schnittstelle von Immunologie, Neurowissenschaften und Genetik verortet und richtet sich an Studierende mit ausgeprägtem Forschungsinteresse, die eine Laufbahn als Clinician Scientist anstreben. Das Kolleg wird von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) gefördert, einer der führenden Stiftungen zur Unterstützung des medizinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses.
Weibliche Karrieren in Forschung und Lehre fördern
Anlässlich des Internationalen Tags der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar bekräftigt die Universität Bonn ihr Ziel, Gleichberechtigung in der Wissenschaft zu fördern. Nach wie vor sind Frauen in vielen Forschungsbereichen an Universitäten deutlich unterrepräsentiert – je höher die Karrierestufe, desto geringer der Frauenanteil. Dem begegnet die Universität Bonn mit zahlreichen Initiativen und Programmen.
Neuer Mitspieler bei Lungenhochdruck entdeckt
Bluthochdruck in der Lunge ist eine seltene, aber sehr schwerwiegende Erkrankung, die unbehandelt meistens binnen zweier Jahre zum Tod der Betroffenen führt. Bisherige Therapien zögern den Verlauf zwar hinaus, eine Heilung ist aber nicht möglich. Forschungsteams aus Bochum und Bonn untersuchen Mechanismen, die dieser Erkrankung zugrundeliegen. Dabei sind sie auf einen bislang unbekannten Mitspieler gestoßen: das Protein Beta Arrestin 1. Sie konnten nachweisen, dass es eine wichtige Funktion beim Transport der an der Regulierung der Gefäßweite beteiligten Signalstoffe hat. Die Forschenden berichten nun in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).
Neuartige Präzisionsstrategie in der Krebsbehandlung erhält EIC Pathfinder-Förderung
Ein bahnbrechender Ansatz, der auf den Abbau von Membranproteinen in Krebszellen abzielt, wird vom Pathfinder-Programm des Europäischen Innovationsrats (EIC) gefördert. Das Ziel ist, bislang „nicht medikamentös behandelbare” Krebs-assoziierte Proteine durch selektiven Abbau gezielt zu bekämpfen und damit möglicherweise einen neuen Weg zur Überwindung der Resistenz gegen aktuelle Krebstherapien zu eröffnen.
Wie schützt sich die Niere bei Glukosurie vor Bakterien?
Bakterien nutzen Zucker als Nährstoff und wachsen darin schnell. Normalerweise ist Urin praktisch zuckerfrei. Eine Behandlung mit sogenannten SGLT2-Hemmern, die bei Diabetes 2 sowie Herz- oder Nierenerkrankungen eingesetzt werden, führt zu einer Zuckerausscheidung im Urin. Bei deren Einführung als Medikament gab es deswegen große Sorgen vor schweren Niereninfektionen. Die Bonner Forschenden Prof. Sibylle von Vietinghoff, Leiterin der Nephrologie am Universitätsklinikum Bonn (UKB) sowie Mitglied im Exzellenzcluster ImmunoSensation3, und ihre wissenschaftlichen Mitarbeitenden Dr. Georg W. Sendtner und Julia Miranda haben einen Mechanismus aufklärt, warum es bei SGLT2 Hemmung nicht zu vermehrten Infektionen der Niere selbst kommt. Über dieses Forschungsergebnis berichteten die Experten kürzlich in der führenden nephrologischen Fachzeitschrift „Kidney International“.
Erneuter Besuch aus China – Medizinische Fakultät Bonn intensiviert Austausch mit Tongji-Universität Shanghai
Die Medizinische Fakultät der Universität Bonn baut ihre internationalen Beziehungen kontinuierlich aus und intensiviert bestehende Kooperationen. In zunehmendem Austausch steht sie seit vergangenem Sommer auch mit der Tongji University School of Medicine (TUSM). Nach bereits erfolgten Besuchen auf beiden Seiten begrüßte die Bonner Fakultät am 30. Januar 2026 eine Delegation unter Leitung von Prof. Jialin C. Zheng, dem Dekan der TUSM, auf dem Venusberg.
Zertifikat für mehr Nachhaltigkeit im Labor
Laborbasierte Forschung ist unverzichtbar für wissenschaftlichen Fortschritt, zugleich gehört sie zu den ressourcenintensivsten Bereichen der Wissenschaft. Um die negativen Umweltauswirkungen von Forschungslaboren systematisch zu reduzieren, haben die Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn (UKB) vergangenes Jahr das international anerkannte LEAF-Programm (Laboratory Efficiency Assessment Framework) eingeführt. Fünf Pilotlabore haben nun erfolgreich ein Assessment durchlaufen und Bronze-Zertifikate erhalten.