Universität Bonn

Medizinische Fakultät

Neuartige Präzisionsstrategie in der Krebsbehandlung erhält EIC Pathfinder-Förderung
Ein bahnbrechender Ansatz, der auf den Abbau von Membranproteinen in Krebszellen abzielt, wird vom Pathfinder-Programm des Europäischen Innovationsrats (EIC) gefördert. Das Ziel ist, bislang „nicht medikamentös behandelbare” Krebs-assoziierte Proteine durch selektiven Abbau gezielt zu bekämpfen und damit möglicherweise einen neuen Weg zur Überwindung der Resistenz gegen aktuelle Krebstherapien zu eröffnen.
Wie schützt sich die Niere bei Glukosurie vor Bakterien?
Bakterien nutzen Zucker als Nährstoff und wachsen darin schnell. Normalerweise ist Urin praktisch zuckerfrei. Eine Behandlung mit sogenannten SGLT2-Hemmern, die bei Diabetes 2 sowie Herz- oder Nierenerkrankungen eingesetzt werden, führt zu einer Zuckerausscheidung im Urin. Bei deren Einführung als Medikament gab es deswegen große Sorgen vor schweren Niereninfektionen. Die Bonner Forschenden Prof. Sibylle von Vietinghoff, Leiterin der Nephrologie am Universitätsklinikum Bonn (UKB) sowie Mitglied im Exzellenzcluster ImmunoSensation3, und ihre wissenschaftlichen Mitarbeitenden Dr. Georg W. Sendtner und Julia Miranda haben einen Mechanismus aufklärt, warum es bei SGLT2 Hemmung nicht zu vermehrten Infektionen der Niere selbst kommt. Über dieses Forschungsergebnis berichteten die Experten kürzlich in der führenden nephrologischen Fachzeitschrift „Kidney International“.
Erneuter Besuch aus China – Medizinische Fakultät Bonn intensiviert Austausch mit Tongji-Universität Shanghai
Die Medizinische Fakultät der Universität Bonn baut ihre internationalen Beziehungen kontinuierlich aus und intensiviert bestehende Kooperationen. In zunehmendem Austausch steht sie seit vergangenem Sommer auch mit der Tongji University School of Medicine (TUSM). Nach bereits erfolgten Besuchen auf beiden Seiten begrüßte die Bonner Fakultät am 30. Januar 2026 eine Delegation unter Leitung von Prof. Jialin C. Zheng, dem Dekan der TUSM, auf dem Venusberg.
Zertifikat für mehr Nachhaltigkeit im Labor
Laborbasierte Forschung ist unverzichtbar für wissenschaftlichen Fortschritt, zugleich gehört sie zu den ressourcenintensivsten Bereichen der Wissenschaft. Um die negativen Umweltauswirkungen von Forschungslaboren systematisch zu reduzieren, haben die Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn (UKB) vergangenes Jahr das international anerkannte LEAF-Programm (Laboratory Efficiency Assessment Framework) eingeführt. Fünf Pilotlabore haben nun erfolgreich ein Assessment durchlaufen und Bronze-Zertifikate erhalten.
Inanspruchnahme des Chlamydien-Screenings erhöhen
Eine Chlamydien-Infektion ist die häufigste sexuell übertragbare bakterielle Erkrankung und birgt unbehandelt bei jungen Frauen die Gefahr einer Unfruchtbarkeit. Doch das Angebot eines kostenlosen Chlamydien-Screenings wird von ihnen nicht ausreichend in Anspruch genommen. Im Projekt „FemScreen-CT – Multidimensionale Analyse des Chlamydien-Tests für Frauen von 16 bis 25 Jahren“ untersucht die Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Bonn (UKB) gemeinsam mit dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) am UKB jetzt spezifische Faktoren, welche die Screeningbereitschaft beeinflussen, sowie Barrieren, die bisher eine flächendeckende Durchführung des Screenings in Deutschland verhindern. Ziel ist es, langfristig die Inanspruchnahme von Chlamydien-Tests effektiv zu erhöhen und gleichzeitig Neuinfektionen durch Unterbrechung von Infektionsketten zu verhindern. Das Projekt wird vom Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zwei Jahre mit 1 Millionen Euro gefördert. 
OncoDegrade und ColdEx gewinnen bei Start-up-Wettbewerb BioRiver Boost!
Der zweite und dritte Platz beim Start-up Wettbewerb BioRiver Boost! 2025 gingen an die beiden Gründungsteams OncoDegrade und ColdEx von der Universität Bonn und dem Universitätsklinikum Bonn (UKB). Mit dem ersten Platz wurde das Unternehmen JWP GmbH aus Jülich ausgezeichnet. Insgesamt pitchten acht Finalistinnen und Finalisten ihre Projekte vor einer Jury aus Expert*innen bei der Preisverleihung im Dezember in Köln. Der Wettbewerb wird vom BioRiver e.V. ausgerufen und zeichnet jährlich innovative Gründungsprojekte in der Biotechnologie- und Life Sciences-Branche aus.
NUM-SAR: Schnelle Handlungsfähigkeit der Universitätsmedizin im Pandemiefall
Entscheidend für wirksames und koordiniertes Handeln in einer Pandemie ist eine wissenschaftlich fundierte Vorbereitung. Sie erlaubt es, bereits in der ersten kritischen Phase aktiv zu werden. Die Ausbreitung eines Erregers muss zügig eingedämmt, das Risiko für die Bevölkerung bewertet und das Gesundheitssystem mit Blick auf Versorgungskapazitäten und bevorstehende Belastungen angepasst werden. Um bestmöglich aufgestellt zu sein, startet jetzt unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie der Universitätskliniken Köln, Göttingen und Bonn der Aufbau einer Plattform für Surveillance and Rapid Response (NUM-SAR) im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Neue Einblicke in die menschliche Immunabwehr gegen Pockenviren
Ein internationales Forschungsteam unter der Beteiligung des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn hat einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der menschlichen Immunabwehr gegen Pockenviren geleistet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten erstmals zeigen, dass verschiedene menschliche Zelltypen Pockenviren über unterschiedliche Sensoren erkennen, um damit Entzündungsreaktionen auszulösen. Gleichzeitig entwickelte das Team die weltweit ersten Nanobodies, die den DNA-Sensor AIM2 gezielt blockieren können – ein Werkzeug, das neue Möglichkeiten für die Entzündungs- und Infektionsforschung eröffnet. Das Paper wurde nun in The EMBO Journal publiziert.
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