Bauanleitung für Antikörper entschlüsselt
MOG Antibody-associated Disease (MOGAD) ist eine seltene Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Im Blut der Betroffenen befinden sich Antikörper gegen das Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG), ein Protein der Myelinschicht, die die Neurone im Gehirn umgibt. Es wird vermutet, dass diese Antikörper zur Zerstörung dieser Schutzschicht im Gehirn beitragen. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Basel und Bonn entschlüsselten nun in Zusammenarbeit mit der Yale School of Medicine und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) den Bauplan der anti-MOG-Antikörper. Ihre Ergebnisse zur fehlgeleiteten Immunantwort, die jetzt im Fachjournal „Neurology ® Neuroimmunology & Neuroinflammation“ veröffentlicht sind, sehen die Forschenden als Basis, um spezifische MOGAD-Therapien zu entwickeln.
Fatale Verwechslung: Wie bestimmte Darmbakterien Multiple Sklerose antreiben
Wenn Darmbakterien der Schutzschicht von Nerven zu sehr ähneln, können sie das Immunsystem fehlleiten und es zum Angriff auf das eigene Nervensystem treiben. Dieser Mechanismus kann den Verlauf von Multipler Sklerose beschleunigen, wie Forschende der Universität Basel zusammen mit Bonner Kolleg*innen anhand von Versuchen mit Mäusen zeigen. Ihre Ergebnisse eröffnen aber auch Chancen für Therapien, die sich das Mikrobiom zunutze machen. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal „Gut Microbes“ veröffentlicht.
Prof. Julian Luetkens ist neuer Leiter der Radiologie am UKB
Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) hat eine neue Leitung für die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie: Mit Prof. Julian Luetkens übernimmt ein ausgewiesener Experte für moderne MRT-Verfahren und kardiovaskuläre Bildgebung die Direktion der Klinik. Nachdem er die Abteilung bereits seit 2024 kommissarisch geführt hatte, wurde er im November 2025 offiziell zum Klinikdirektor berufen. Gleichzeitig übernimmt Julian Luetkens die Professur für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn.
Ideen mit Leidenschaft und Unternehmergeist
Innovative Lösungen für eine bessere Zukunft präsentierten die Finalistinnen und Finalisten beim 5. Ideenwettbewerb der Universität Bonn. Insgesamt sieben Teams von Studierenden und Forschenden aus der Uni hatten die Vorauswahl gemeistert und pitchten ihre Ideen vor voll besetztem Saal und einer fachkundigen Jury im DIGITALHUB. Vier von ihnen nahmen am Ende die Preise von Jury und – erstmalig auch – vom Publikum entgegen, die von der Universitätsstiftung Bonn, der Comma Soft AG, dem DIGITALHUB.DE und der Sparkasse KölnBonn gestiftet wurden.
Neue Schwachstelle von Asthma-Immunzellen entdeckt
Warum bleiben bestimmte Immunzellen bei allergischem Asthma dauerhaft aktiv – selbst in einer Umgebung, die sie eigentlich schädigen müsste? Ein Team des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn hat entdeckt, dass diese Zellen nur überleben, weil sie einen besonderen antioxidativen Schutzmechanismus hochfahren. Wird genau dieser Mechanismus blockiert, bricht die allergische Entzündung im Mausmodell deutlich ein. Die Ergebnisse sind jetzt in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Immunity“ erschienen.
Quantensensoren: Hochpräzise Messungen im bewegten Gehirn
Was passiert bei einem epileptischen Anfall im Gehirn? Wie arbeiten die Nervenzellen nach einer Lähmung durch Schlaganfall? Was geschieht im Kopf von Parkinson-Erkrankten? Bislang war die Untersuchung solcher Fragen schwierig, weil die Patientinnen und Patienten hierfür still halten mussten. Mit der Optisch gepumpten Magnetoenzephalographie (OPMEG) sind nun auch Aufnahmen in Bewegung möglich. Prof. Dr. Dominik Bach, Hertz-Professor für Künstliche Intelligenz und Neurowissenschaften an der Universität Bonn, errichtet nun auf dem Campus des Universitätsklinikums Bonn (UKB) eine solche Forschungsinfrastruktur. Diese wird aus dem EFRE/JTF-Programm der Europäischen Union und der Landesregierung NRW in den nächsten drei Jahren mit fast vier Millionen Euro gefördert.
Wie Hunger die Stimmung beeinflusst
Wenn wir hungrig sind, sinkt oft die Laune – ein Phänomen, das umgangssprachlich als „hangry“ bekannt ist. Eine neue Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Tübingen zeigt nun, dass dieser Zusammenhang nicht durch unbewusste Stoffwechselprozesse entsteht. Entscheidend ist vielmehr, dass der Energiemangel bewusst als Hunger wahrgenommen wird - erst dieses bewusste Hungergefühl führt zu schlechterer Stimmung. Die Ergebnisse sind nun in der Fachzeitschrift eBioMedicine erschienen.
Gründungsprojekte von Uni Bonn und UKB wieder sehr stark bei GO-Bio-Förderung
Auch in diesem Jahr waren wieder zahlreiche Projekte der Universität Bonn im Förderprogramm GO-Bio initial erfolgreich. Gleich sechs Innovationen erhalten in der Sondierungsphase eine Förderung in Höhe von jeweils 100.000 Euro. Während der Laufzeit von einem Jahr können die Teams ihre Forschungsergebnisse in die Umsetzung bringen: Die Forschenden des der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Bonn (UKB) entwickeln praxisnahe Lösungen für Probleme aus dem medizinisch-gesundheitlichen Bereich. GO-Bio initial ist ein Programm des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).