Wenn die Karte ein Update braucht
Jedes Mal, wenn wir uns durch eine vertraute Umgebung bewegen, greift der Hippocampus auf eine detaillierte räumliche Repräsentation zurück, gleich einer Karte, die durch wiederholte Erfahrung aufgebaut wird. Doch was geschieht, wenn auf einer bekannten Route etwas Unerwartetes passiert? Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn konnten im Mausmodell zeigen: Das Gehirn zeichnet seine Karten nicht von Grund auf neu. Stattdessen annotiert es sie, indem es neue Informationen wie eine zusätzliche Ebene über ein stabil bleibendes räumliches Grundgerüst legt. Ihre Ergebnisse sind jetzt im Fachmagazin PNAS veröffentlicht.
Chancen und Risiken von Routinedaten in der Medizin
Die zunehmende Verfügbarkeit routinemäßig erhobene Gesundheitsdaten – sogenannter “Routinely Collected Data” (RCD) –, die verstärkt für Forschungszwecke genutzt werden, eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, mehr Fragen zu Gesundheit und Krankheit zu beantworten – und das in kürzerer Zeit. Doch fehlt Forschenden oft das Wissen darüber, wie die Daten generiert wurden, sowie die Kontrolle darüber, wie sie erhoben wurden. Ein internationales Forschungskonsortium hat nun einen wegweisenden Leitfaden zur Nutzung von RCDs veröffentlicht, der den ersten umfassenden dieser Art darstellt. Ziel ist es, die Qualität, Validität und Transparenz von Studien auf Basis solcher Daten nachhaltig zu verbessern und damit die Grundlage für verlässliche evidenzbasierte Medizin zu stärken. Die Arbeit erscheint jetzt im renommierten Fachjournal The BMJ.
Für eine bessere Gesundheit in blauen Städten
Wie lässt sich die Zukunft von gewässernahen Städten des Globalen Südens angesichts von Herausforderungen wie des Klimawandels am besten gestalten? Mit dieser zentralen Frage befasst sich ein neues Graduiertenkolleg am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und an der Universität Bonn. Mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) ist erstmals eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften beteiligt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Einrichtung zur Qualifizierung von Doktorand*innen in Millionenhöhe. Bundesweit unterstützt die DFG ab Herbst 2026 insgesamt zehn neue Graduiertenkollegs.
Immunzellen in der Leber helfen Tauben bei der Navigation
Wie finden Tauben über viele Kilometer hinweg sicher nach Hause? Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn, der Universität Duisburg-Essen und des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie haben nun einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt: Spezielle Immunzellen in der Leber könnten den Vögeln helfen, das Erdmagnetfeld wahrzunehmen. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal Science veröffentlicht.
Zellgenaue Konzentrationsmessungen im Nervengewebe
Das Element Natrium spielt für die Funktion des Nervensystems eine zentrale Rolle. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Instituts für Neurobiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat nun unter Beteiligung der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Bonn die Natriumkonzentration in Astrozyten, speziellen Zellen im Gehirn, genauer untersucht. Die Forschenden entwickelten dazu eine Methode, mit der sie den Natriumgehalt einzelner Zellen im Gewebe direkt sichtbar machen können, wie sie nun in der Fachzeitschrift Nature Communications beschreiben.
Ticketvorverkauf für „Noten und Neuronen“ gestartet
Der Ticketvorverkauf für das erste Konzert der neuen Veranstaltungsreihe „Noten und Neuronen“ ist gestartet. Zum Auftakt des außergewöhnlichen Wissenschafts- und Musikprojekts stehen am 10. Juli 2026 die Bläck Fööss gemeinsam mit dem Kammerorchester des Gürzenich-Orchesters Köln und dem UKB-Chor sowie dem UKB-Projektorchester, das unter anderem aus verschiedenen Ensembles der Universität Bonn zusammengestellt wurde, in der Kölner Philharmonie auf der Bühne. In der vergangenen Woche waren die Bläck Fööss auf dem Campus des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und ließen sich mit einem Hochleistungs-MRT in ihre Gehirne gucken.
Gründungsprojekt des UKB und der Universität Bonn erhält GO-Bio next-Förderung des BMFTR über 2.7 Millionen Euro
„PearNet“ entwickelt spezielle Wearables – das heißt am Körper getragene elektronische Geräte –, die Epilepsie-Patientinnen und -Patienten vor Anfällen warnen und diese gleichzeitig beobachten und aufzeichnen. Das Projekt von Forschenden des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn erhält jetzt eine Förderung von rund 2,7 Millionen Euro für drei Jahre über das Programm GO-Bio next des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Damit soll dessen Ausgründung weiter vorbereitet werden, um so das Wearable-Set als Produkt auf den biotechnologischen Markt zu bringen.
Mythen-Check beim Abendessen
Wer heute etwas für die eigene Gesundheit tun möchte, informiert sich häufig auf Instagram, TikTok & Co. Doch was ist dran an Posts und Trends der Gesundheits-Influencer? Am 13. Mai lud das Exzellenzcluster ImmunoSensation3 der Universität Bonn zum gemeinsamen Abendessen mit fünf Professor*innen, um dieser Frage nachzugehen. In entspannter Atmosphäre wurden Social Media-Beiträge zu Gesundheit und Immunsystem vorgestellt, von den rund 40 Teilnehmenden diskutiert und gemeinsam mit den Expert*innen eingeordnet. Der Auftakt des neuen Formats fand im Rahmen des Bonner „Mai der Wissenschaft“ im John Barleycorn statt.