Gehemmtes Zellrecycling führt zu Muskelschwäche
Myofibrilläre Myopathie Typ 6 (MFM6) ist eine seltene genetische Muskelerkrankung, die aufgrund einer Störung der Muskelproteinkontrolle zu einer schweren Muskelschwäche und einer drastisch verkürzten Lebenserwartung führt. Forschende des Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Universität Bonn entwickelten ein Mausmodell für die Erkrankung und konnten so zeigen, dass eine Störung im Zellrecycling, fachsprachlich Autophagie, der primäre Auslöser für das Krankheitsbild ist. Ihre Ergebnisse sind im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.
Fortbildungsreihe „Nachhaltigkeit im Labor“ 2026 startet ab Mai
Wie kann Abfalltrennung auch im Labor nachhaltig gelingen? Welche Bedeutung können IT-Infrastrukturen für eine ressourceneffiziente Forschung haben? Und welche konkreten Möglichkeiten bieten Uni und UKB bereits, um nachhaltiger Wissenschaft betreiben zu können?
Alternativen zu fetalen Kälberserum gesucht
Seit den 60er Jahren ist fötales Kälber Serum (FCS) der „Goldstandard“ in der Zellkultur. Es ist Hauptbestandteil vieler Nährmedien, die zur Aufzucht und Kultivierung tierischer Zellen außerhalb eines Organismus benötigt werden. Dies wird in der medizinischen Forschung genutzt, um zum Beispiel die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen zu unterstützen. In einem Online-Symposium am 30. April wird das Thema von mehreren Seiten beleuchtet und Impulse für eine mögliche Einsparung von FCS gegeben.
Neues Verständnis der Herzregeneration
Für Kinder mit einer stark eingeschränkten Pumpfunktionsstörung des Herzens gibt es bisher wenige therapeutische Optionen. Seit kurzem wird die chirurgische Verengung der Pulmonalarterie eingesetzt, um das Herz gezielt zu „trainieren“. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn untersuchten den zugrundeliegenden Mechanismus. Sie konnten am Mausmodell zeigen, dass eine Druckbelastung im nachgeburtlichen Herzen regenerative Mechanismen in beiden Herzkammern auslöst, die die Zahl der Herzmuskel- und Gefäßzellen erhöhen. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt im American Heart Association Journal „Circulation“ erschienen.
Studie zeigt dynamische Wechselwirkungen zwischen Hirntumoren und Immunzellen
Das Glioblastom, der häufigste und aggressivste Hirntumor bei Erwachsenen, ist schwer zu behandeln, da dieser Krebs in das umliegende Gehirngewebe eindringen und sich weit über das ursprüngliche Tumorgebilde hinaus ausbreiten kann. Forschende des DZNE, des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und des Exzellenzclusters „ImmunoSensation3“ an der Universität Bonn haben diesen Infiltrationsprozess mittels Hightech-Mikroskopie im lebenden Gehirn beobachtet. Ihre Studie beruht auf Untersuchungen an Mäusen mit einer Form von Gehirntumor, die dem menschlichen Glioblastom sehr nahekommt.
FEMHABIL: Neue Ausschreibungsrunde gestartet
Die Medizinische Fakultät vergibt aus Fakultäts- und Landesmitteln Förderungen zur Fertigstellung der Habilitation an hochqualifizierte Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen. Ziel ist es, dem nach wie vor bestehenden Gender Gap bei den Habilitationsabschlüssen zu begegnen.
Fettzellen spielen zentrale Rolle bei Vermeidungs-Lernen
Wenn Menschen oder Tiere etwas essen, was bei ihnen zu Unwohlsein führt, gehen sie danach dieser Nahrungsquelle aus dem Weg. Unklar war bislang, wie genau dieses Vermeidungs-Lernen erfolgt. Eine neue Studie zeigt, dass dabei die Kommunikation zwischen Hirn- und Fettzellen eine wesentliche Rolle spielen könnte. Die Beteiligten der Universitäten Bonn und Tohoku (Japan) sowie des Universitätsklinikums Bonn haben den zuvor unbekannten Mechanismus in der Fruchtfliege Drosophila aufgeklärt. Er könnte in ähnlicher Form auch in Säugetieren und sogar im Menschen existieren. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift Neuron erschienen.
Eine Konzertreise im Wissenschaftsjahr - Medizin der Zukunft
Ab diesem Sommer geht die Konzertreihe „Noten und Neuronen: Musik für die Gehirngesundheit“ auf Tour. In sechs Konzerten verbinden die Medizinische Fakultät Bonn, das Universitätsklinikum Bonn (UKB), das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPIEA), das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der UKBonn Musik e.V. hochkarätige Live-Acts mit Einblicken in die Wirkung von Musik auf das menschliche Gehirn und ihr Potenzial für die geistige Fitness. Spielorte sind Berlin, Bonn, Dortmund, München und Köln. Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Wissenschaftsjahres 2026 - Medizin der Zukunft, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ausgerichtet wird.