Universität Bonn

Medizinische Fakultät

Neuberufungen 2021

Im Jahr 2021 rief die Medizinische Fakultät folgende Professor*innen an die Universität Bonn:

Prof. Dr. Verena Hörr
© Sara Moradi

Prof. Dr. Verena Hörr

Universitätsprofessur (W2) für Kardiovaskuläre Bildgebung

Verena Hörr wurde im Oktober 2021 zur Professorin für Kardiovaskuläre Bildgebung am Herzzentrum in der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKB ernannt.

Begonnen hat der wissenschaftliche Werdegang von Prof. Hörr mit dem Studium der Pharmazie an den renommierten Universitäten in Heidelberg und Würzburg, welches sie im Jahr 2002 mit der Approbation abschloss. 

Während sie einen Teil ihres praktischen Jahres am Universitätsklinikum in Mbarara, Uganda, verbrachte entdeckte sie ihr Interesse an der Tropenpharmazie und entschloss sich zu einer zusätzlichen Spezialisierung in diesem Bereich am Missionsärztlichen Institut in Würzburg. Unmittelbar im Anschluss daran begann sie die Arbeit an ihrer Dissertation im Fachbereich der Pharmazeutischen Chemie, ebenfalls an der Universität Würzburg.

Um auch die physikalische Komponente ihrer Forschungsarbeit besser verstehen und adaptieren zu können, entschied sie sich zudem für ein paralleles Studium der Physik, das sie 2008 mit dem Diplom beendete. Diese duale Ausbildung erlaubte es ihr, umfangreiche Kenntnisse sowohl im technischen Hintergrund als auch in der Anwendung von Verfahren zur Magnetresonanztomographie (MRT) zu erwerben. Mit diesem Hintergrund gelang es ihr 2008 ein Full Time Fellowship für einen fast zweijährigen Forschungsaufenthalt am Bio-NMR Zentrum der Universität Calgary, Kanada, einzuwerben.

2010 kehrte sie als Projektleiterin nach Deutschland zurück und begann am Universitätsklinikum Münster ihre Arbeit zum Thema „Magnetresonanztomographie für die Bildgebung infektiöser und kardiovaskulärer Krankheitsmodelle“. Fortan legte sie ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung molekularer und kardiovaskulärer MRT-Techniken zur Darstellung infektiöser und inflammatorischer Prozesse. Nach einem weiteren Auslandsaufenthalt an der Technischen Universität in Eindhoven, Niederlande, wechselte sie 2015 an das Universitätsklinikum Jena, wo sie 2017 im Bereich der Experimentellen Radiologie habilitierte und bis zuletzt die Forschungseinheit „Hämodynamik“ leitete.

Wir freuen uns Frau Prof. Hörr nun an unserer Fakultät willkommen heißen zu dürfen und wünschen ihr für ihren Start alles Gute.

Prof. Dr. Kerstin Wilhelm-Jüngling

Juniorprofessur (W1) für Endothelial Signaling and Metabolism

Zum 1. September hat Dr. Kerstin Wilhelm-Jüngling eine Juniorprofessur für Endothelial Signaling and Metabolism an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn angenommen.

Ihr wissenschaftliches Talent und ihren Forschungsehrgeiz stellte sie bereits im Rahmen ihrer Promotion unter Beweis. So wurde sie für ihre Doktorarbeit im Bereich der Vaskulären Biologie am Max Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung wurde 2017 mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt sie für Ihre Forschungsarbeit zudem den Werner Risau-Preis der Deutschen Gesellschaft zur Zellbiologie. Der weitere akademische Werdegang führte Dr. Wilhelm-Jüngling auch über die Grenzen des Landes hinaus. Dazu gehören Aufenthalte in Schweden, in den USA sowie in Belgien.

Prof. Dr. Kerstin Wilhelm-Jüngling
© Johann F. Saba

Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt gilt der Lymphangiogenese. Insbesondere beschäftigt sie sich mit dem Einfluss einer Lipid- bzw. fettreichen Umgebung auf das Verhalten von Zellen im Lymphgewebe. Besonders bei Personen, die unter Fettleibigkeit oder Hypercholesterinämie leiden, ist ein geschwächtes Lymphsystem häufig zu beobachten. Die direkte Folge sind Erkrankungen wie Atherosklerose oder das Auftreten von sekundären Lymphödemen. Hier möchte Dr. Wilhelm-Jüngling ansetzen und Wege für neue Therapieansätze aufzeigen. Ihre bisherigen Erkenntnisse konnte sie bereits in zahlreichen Publikationen veröffentlichen, darunter  zwei in der renommierten Fachzeitschrift Nature.

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Dr. Wilhelm-Jüngling und wünschen ihr alles Gute für ihren Start in Bonn!

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© Ingrid Kuhlen / UK Bonn

Prof. Dr. Stephan Jonas

Professur (W3) für Medizininformatik

Prof. Dr. Stephan Jonas leitet das neue Institut für Medizininformatik am Universitätsklinikum Bonn. Im Rahmen der neuen Professur will der 38-jährige Informatiker erforschen, wie medizinisch relevante Patienten-Daten digital erhoben, analysiert und für Studien beziehungsweise klinischen Abläufe nutzbar gemacht werden können. Er sieht hier eine effiziente Verfahrensweise, die Versorgung von Patienten noch weiter zu verbessern und zu individualisieren. Dabei hat er gerade auch die datenschutzkonforme und privatsphärenschonende Verarbeitung von Daten im Blick.

Als Professor für Digital Health war er bis vor kurzem an der technischen Universität München tätig, wo er an der Unterstützung von Gesundheitsprävention durch mobile Geräte geforscht hat.

Prof. Dr. Farhad Bakhtiary

Professur (W3) für Herzchirurgie

Der renommierte Herzspezialist muss nicht lange überlegen, warum er Herzchirurg geworden ist. "Das menschliche Herz ist ein echtes Wunder und auch nach vielen Tausend Operationen hat das Herz für mich nichts von seiner Faszination verloren." Prof. Dr. Farhad Bakhtiarys Spezialgebiet sind minimalinvasive Eingriffe, die für Patienten deutlich schonender als herkömmliche OP-Verfahren sind. 

Er hat die Leitung der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Bonn übernommen. Der 45-Jährige folgt damit als Klinikdirektor auf Prof. Dr. Hendrik Treede, der im Frühjahr an die Universitätsmedizin Mainz gewechselt ist. Zuvor war Prof. Bakhtiary Direktor der Herzchirurgie in den Helios-Kliniken in Siegburg und Wuppertal und Inhaber des Lehrstuhls für Herzchirurgie an der Universität Witten/Herdecke.

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© Felix Heyder / UK Bonn

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© HCM/Uni Bonn

Prof. Dr. Kevin Thurley

Professur (W2) für Biomathematik

Zum 1. Februar 2021 wurde Prof. Dr. Kevin als Professor für Biomathematik an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn berufen. Seine Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von Biologie und Mathematik. Durch Verknüpfung von mathematischer Modellierung und statistischer Datenanalyse trug er zu neuen Erkenntnissen bei, etwa zu biologischen Uhren, stochastischen intrazellulären Signalen und zur Regulation der Zellmotilität. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Analyse von Netzwerken der Zell-Zell-Kommunikation im Immunsystem. Ein besonderes Anliegen von Kevin Thurley ist, die Zusammenarbeit zwischen Biologie und Mathematik zu verbessern und das gegenseitige Verständnis zu erleichtern. Die Exzellenzcluster ImmunoSensation2 und Hausdorff Center of Mathematics (HCM) bieten dafür die ideale Umgebung und stärken die Zusammenarbeit institutionell. Hierfür wurden Nachwuchsforschungsgruppen auf dem Gebiet der mathematischen Modellierung in den Lebens- und Medizinwissenschaften eingerichtet. 

Der Wissenschaftler promovierte 2011 in Berlin und Cambridge in theoretischer Biophysik, gefolgt von Postdoc-Aufenthalten in Berlin und San Francisco und einer von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Nachwuchsgruppe am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin.
Quelle: Uni Bonn

Prof. Dr. Sebastian Zimmer

Professur (W2) für Molekulare Kardiologie

Sebastian Zimmer übernahm zum 01. Januar 2021 in Nachfolge von Prof. Nikos Werner die Professur für Molekulare Kardiologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II.

Aufgewachsen in Maryland (USA) kam Prof. Zimmer zunächst für sein Medizinstudium im Jahr 2000 nach Bonn. 

Bald entwickelte sich die schöne Stadt am Rhein auch zu einer neuen Heimat für den jungen Mediziner, und so entschloss er sich, auch nach seinem Studium für seine Facharztausbildung in Bonn zu bleiben. Seine Wahl hierzu fiel auf das Fach der Kardiologie. Von Beginn an brachte er sich engagiert in der Medizinischen Klinik und Poliklinik II unter der Leitung von Prof. Georg Nickenig ein und verfolgte dabei mit hoher Ambition seine eigene Forschungstätigkeit. Den Schwerpunkt seiner Forschung setzte er dabei auf die Untersuchung der Rolle des angeborenen Immunsystems im Zuge von Blutgefäßerkrankungen wie der Atherosklerose und der Aortenklappenstenose.

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© UKB

Zur Unterstützung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit konnte Prof. Zimmer 2008 ein Gerok-Stipendium der fakultären BONFOR-Förderinstitution und 2011 eine weitere BONFOR-Förderung zum Aufbau seiner eigenen Nachwuchsgruppe einwerben. 2013 schloss er die Weiterbildung zum Facharzt für „Innere Medizin und Kardiologie“ ab und 2017 verlieh ihm die Medizinische Fakultät der Universität Bonn die Venia Legendi für das Lehrgebiet „Innere Medizin“. Als Teilprojektleiter engagierte er sich 2019 auch erfolgreich bei der Einwerbung des Transregio-SFBs 259 Aortic Disease.

Ambition und Zielstrebigkeit spielen bei Prof. Zimmer jedoch nicht nur in der persönlichen Karriereentwicklung eine große Rolle, sondern auch bei seiner favorisierten Freizeitbeschäftigung, dem Rennradfahren. Hier erwies er sich besonders in seiner Jugend als ausgesprochen erfolgreich und nahm als Mitglied der US Jr. Nationalmannschaft mehrfach an den Weltmeisterschaften und Weltcuprennen teil.

Wir gratulieren Herrn Prof. Zimmer herzlich zu seiner Berufung an die Medizinische Fakultät Bonn. Seine akademische und klinische Entwicklung illustriert auf ideale Weise, wie die verschiedenen Förderinstrumente der Universitätsmedizin Bonn den Karriereweg des Clinician Scientist unterstützen. Mit seiner Professur wirkt er nun an der Schnittstelle zwischen unseren zwei Forschungsschwerpunkten „Immunosciences and Infection“ und „Cardiovascular Sciences“. Wir freuen uns auch in seiner neuen Position auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm.

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© Rolf Müller / UKB

Prof. Dr. Matthias Weigl

Professur (W3) für Patientensicherheit

Das Institut für Patientensicherheit (IfPS) am Universitätsklinikum Bonn erforscht die vielschichtigen Ursachen von Fehlern in der Patientenversorgung und überprüft die Effektivität von Maßnahmen zu deren Vermeidung. Es ist deutschlandweit das einzige Forschungsinstitut mit dieser Schwerpunktsetzung.

Prof. Dr. Matthias Weigl übernimmt jetzt die Leitung des IfPS. Seine Forschungsschwerpunkte reichen von Teamarbeit in der Akutversorgung bis hin zur Arbeitssituation im Gesundheitswesen. Dazu erforscht der 44-Jährige auch Effekte von Digitalisierung auf Stress und Leistungsfähigkeit sowie für die Qualität der klinischen Versorgung. Prof. Weigl kommt von der LMU München wo er am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin 15 Jahre tätig war. Internationale Forschungsaufenthalte führten ihn an das Center for Patient Safety and Service Quality des Imperial College London sowie mehrfach in die USA.

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Prof. Dr. Felix Meißner

Professur (W3) für Systemimmunologie

Felix Meißner trat zum 01. Januar 2021 die W3-Professur für Systems Immunology am Institut für Angeborene Immunität an. Die Professur ist an das Exzellenzcluster „Immunosensation2“ assoziiert.

Bereits während seines Biochemie-Studiums in Berlin war der gebürtige Berliner fasziniert von den körpereigenen Abwehrmechanismen des angeborenen Immunsystems. Um seine immunologische Expertise weiter zu vertiefen, absolvierte Prof. Meißner seinen Doktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Infektionsbiologie im renommierten Labor von Prof. Arturo Zychlinsky, welchen er mit summa cum laude im Jahr 2008 abschloss. Anschließend wechselte er an das MPI für Biochemie in Martinried/München zu Prof. Mann um sich in quantitativen Proteomanalysen zur Analyse des Immunsystems weiterzubilden. 

 Nach einer mehrjähriger Post-Doc Phase, Auslandsaufenthalt an der University of San Francisco und externer Evaluation erlangte Prof. Meißner im Jahr 2015 die Leitung einer unabhängigen Forschungsgruppe für „Experimentelle Systemimmunologie“ am MPI für Biochemie. Der wissenschaftliche Fokus seiner Forschungsarbeit liegt in der Untersuchung von Interaktionen verschiedener Einsatztruppen des Immunsystems, indem er mit Hilfe massenspektrometrischer Methoden ihre Kommunikation bis ins molekulare Detail aufklärt. Die wissenschaftlichen Arbeiten von Prof. Meißner und seinem Team wurden in zahlreichen renommierten Journalen publiziert.

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© privat

Im Rahmen seiner Professur möchte Prof. Meißner mit seiner Expertise in massenspektrometrischen Proteomanalysen, Biochemie und der Systembiologie untersuchen wie körpereigne und –fremde Signale durch das Immunsystem wahrgenommen und innerhalb bzw. zwischen verschiedenen Immunzellen weitergeleitet werden, um eine Immunreaktion hervorzurufen. Diese komplexen Vorgänge untersuchen Prof. Meißner und sein Team sowohl im inflammatorischen, neurodegenerativen als auch onkologischen Kontext und ergänzen somit die Forschungsschwerpunkte in Bonn perfekt.

Wir freuen uns sehr Herrn Prof. Meißner an unserer Fakultät begrüßen zu dürfen und wünsche ihm für seinen Start alles Gute.

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© privat

Prof. Dr. Tobias Bald

Professur (W2) für Tumor-Immunbiologie

Tobias Bald trat zum 01. Januar 2021 die Professur für Tumor-Immunbiologie mit Tenure Track an. Die Professur ist an das Institut für Experimentelle Onkologie angegliedert und eng mit dem Exzellenzcluster „Immunosensation2“ assoziiert.


In den letzten Jahren lag der Lebensmittelpunkt von Herrn Bald ein gutes Stück von Bonn entfernt. Seit 2016 lebte er mit seiner Familie im australischen Brisbane und kam seiner Forschungstätigkeit am dortigen QIMR Berghofer Medical Research Institute nach. In den letzten beiden Jahren leitete er am Institut seine eigene Nachwuchsgruppe für „Oncology and Cellular Immunology“. Nun heißt es jedoch für den gebürtigen Rheinländer „Back to the roots“. Auch Bonn ist ihm bereits gut bekannt, denn 2005 führte es ihn schon einmal in die schöne Stadt am Rhein. Damals trat er sein Studium der Molekularen Biomedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität an und verließ sie rund zehn Jahre später nach erfolgreichen Abschluss seiner Doktorarbeit mit summa cum laude. 

Bereits während seines Studiums und seiner Promotion in der Dermatologie bei Prof. Tüting stand die Tumorimmunologie im Mittelpunkt seines wissenschaftlichen Interessens. Seine Forschungsarbeit zielt daher darauf ab, ein besseres Verständnis über die Kommunikation zwischen Tumor- und Immunzellen zu gewinnen. Diesen Faktor bewertet er als essentiell, um das Immunsystem in seiner Abwehrfunktion gegenüber den Krebszellen zu unterstützen und so effektivere und zielgerichtete Therapien zu entwickeln. Für seine wissenschaftlichen Leistungen auf diesem Gebiet wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Egon-Macher Preis durch die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung und einem EMBO long-term Fellowship.

Mit seiner tumorimmunologischen Expertise wird Prof. Bald die Schnittstelle der Forschungsschwerpunkte „Immunosciences and Infection“ und „Oncology“ weiter stärken. Wir freuen uns sehr Herrn Prof. Bald wieder an unserer Fakultät begrüßen zu dürfen und wünsche ihm für seinen Start alles Gute.

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