Der Pitch4MED wird jährlich durch Startup4MED, der Gründungsförderung der Medizinischen Fakultät der HHU und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD), gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät Bonn und der Medizinischen Fakultät Köln durchgeführt. Ursprünglich hatte der Standort Düsseldorf diese Veranstaltung initiiert. In diesem Jahr beteiligte sich erstmals auch die RWTH Aachen. Der Pitch4MED bietet frühphasigen Gründungsteams in jeweils acht Minuten die Gelegenheit, ihre Ideen vor einer hochkarätigen Jury aus Investorinnen und Investoren, Business Angels und Industrieexpertinnen und -experten zu präsentieren. Sie können so Investmentmöglichkeiten erschließen. Inzwischen hat sich die Veranstaltung zu einem festen Termin im Kalender der medizinischen Startup-Szene in NRW etabliert. Zwei Teams pro Standort nahmen diese Möglichkeit wahr.
Dass der Termin in diesem Jahr erstmals in Bonn stattfand, unterstreicht die wachsende Bedeutung des Standorts für medizinische Ausgründungen. Neben den Teams und der Jury versammelten sich vor Ort auch Vertretungen der beteiligten Hochschulen. Prof. Dr. Bernd Weber, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, betonte die Bedeutung der überregionalen Zusammenarbeit und den Wert der Veranstaltung für den Standort: „Aus exzellenter Forschung entstehen erst dann echte Innovationen für die Patientenversorgung, wenn sie den Weg in die Anwendung finden. Der Pitch4MED gibt unseren Gründungsteams genau dafür eine Bühne. Dass wir die Veranstaltung in diesem Jahr in Bonn ausrichten durften und dabei so eng mit den Standorten Düsseldorf, Köln und Aachen zusammenarbeiten, freut mich besonders – denn diese Vernetzung ist für medizinische Ausgründungen unverzichtbar."
Die vorgestellten Gründungsprojekte reichten von Wirkstoffentwicklung bis Medizintechnik. So präsentierte etwa das Team ProbioTex rund um Dr. Thomas Fließwasser und Mariaangela Sociale (Institut für Pharmazeutische Mikrobiologie, Universität Bonn) eine sichere mikrobielle Intervention zur Unterstützung von Neugeborenen nach Kaiserschnitt oder Antibiotika-Gabe, die sich nahtlos in den Klinikablauf integrieren lässt. Sie ermöglicht den Aufbau des Säuglingsmikrobioms und prägt die Immunentwicklung, wodurch das Risiko für Allergien, Asthma und Autoimmunerkrankungen sinkt.
Einen anderen Weg schlägt das Team Intralis rund um Sergi Bravo und Prof. Dr. Evi Kostenis (Institut für Pharmazeutische Biologie, Universität Bonn) ein. Allergie- und Herz-Kreislauf-Medikamente, aber auch Koffein blockieren dieselbe Proteinfamilie – doch eine gemeinsame Limitierung begrenzt, wie stark und wie lange sie wirken. Intralis entwickelt eine neue Wirkstoffklasse, die sich körpereigene Regulationsmechanismen zunutze macht, um eine nachhaltig stabilisierte Wirkung über mehrere Indikationen hinweg zu ermöglichen. Die Vision ist es, einen neuen Therapiemaßstab mit längerer Wirksamkeit, optimierten Therapieergebnissen und spürbar mehr Lebensqualität für Patientinnen und Patienten zu schaffen.
Die Jury bestand in diesem Jahr aus Dr. Juri Bach (HTGF High-Tech Gründerfonds), Dr. Martina Häger (Angel Engine e. V.), Dr. Ralph Herbst (Gateway Factory), Marius Rosenberg (Start2Group), Dr. Maria Bräutigam (NRW.BANK) und Dr. Sarah Buchholz (TVF TechVision Fonds). Im Anschluss an die Pitches erhielten die Teams von den Juroren wertvolles Feedback, um ihre Präsentationen vor potentiellen Investoren noch zu verbessern.